Swiss streicht 1.400 Flüge im Sommer wegen Pilotenmangels
Die Luftfahrtbranche sieht sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Die Schweizer Airline Swiss, eine Tochtergesellschaft der Lufthansa, hat angekündigt, rund 1.400 Flüge aus ihrem Sommerprogramm zu streichen. Diese Entscheidung resultiert aus einem unerwarteten Mangel an Piloten, der auf eine Serie unvorhergesehener Ereignisse und optimistische Planung zurückzuführen ist. Insbesondere Langstreckenflüge, wie die nach Chicago, sowie zahlreiche Verbindungen im Kurz- und Mittelstreckenbereich sind betroffen. Diese Informationen wurden von der Swiss-Sprecherin über das Branchenportal "Aerotelegraph" bestätigt.
Die Reduzierung macht etwa 1,5 Prozent des geplanten Flugplans für die Monate April bis Oktober aus. "Aerotelegraph" berichtete, dass viele Pilotinnen und Piloten aus verschiedenen Gründen, wie Schwangerschaften oder Unfällen, längerfristig nicht verfügbar sind. Zudem fordert das Umschulungsprogramm für den Airbus A350 zusätzliche Kapazitäten. Ein neu abgeschlossener Gesamtarbeitsvertrag, der verbesserte Arbeitszeitregelungen beinhaltet, erhöht ebenfalls den Bedarf an Personal um etwa 70 Vollzeitstellen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Wartungsarbeiten an den Airbus-A220-Flugzeugen aufgrund von Triebwerksproblemen Kapazitäten binden, während bei den A320-Maschinen zwar genügend Flugzeuge, jedoch nicht genügend Besatzung vorhanden ist. Auch die Option, externe Hilfe von Partnern und der Lufthansa zu holen, ist bereits ausgeschöpft. Als kurzfristige Lösung verschieben einige ältere Piloten ihren Ruhestand und Teilzeitkräfte erhöhen vorübergehend ihre Arbeitszeiten. Langfristig plant Swiss, die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen und jährlich bis zu 110 neue Piloten einzustellen.

