Süss Microtec unter Druck – Aktienkurs fällt nach gedrosselten Prognosen
Der Halbleiterzulieferer Süss Microtec sieht sich mit einem empfindlichen Rückschlag an der Börse konfrontiert. Nachdem das Unternehmen überraschend schwache Quartalszahlen präsentierte und seine Profitabilitätsziele niedriger ansetzte, brach der Aktienkurs am Dienstag zeitweise um bis zu 26 Prozent ein. Zuletzt lag der Kursrückgang bei immer noch beachtlichen 21 Prozent und pendelte sich bei 28,72 Euro ein.
Im Vorfeld hatte sich der Aktienkurs noch erholt und näherte sich dem höchsten Stand seit dem Ende des vergangenen Julis, fiel jedoch wieder auf das Niveau von Mitte September zurück. Die jüngste Erholungsphase, die im September begann und im Oktober zunächst anhielt, ist somit beendet. Über das laufende Jahr gesehen haben die Süss-Aktien nun bereits mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt.
Das Unternehmen konnte im dritten Quartal die Erwartungen im Hinblick auf seine Margen nicht erfüllen. Konsequenterweise reduzierte Süss die Zielspannen sowohl für die Bruttomarge als auch für die operative Gewinnmarge. Diese Entwicklung wurde unter anderem mit einem ungünstigen Produkt- und Kundenmix sowie Kosten- und Volumeneffekten erklärt, die mit dem Aufbau eines neuen Produktionsstandorts in Taiwan einhergehen. Als Reaktion plant das Unternehmen, ein strengeres Kostenmanagement umzusetzen.
Während einige Experten die Gewinnwarnung als überraschend bezeichneten, weist Janardan Menon von Jefferies darauf hin, dass eine wesentliche Verbesserung der Profitabilität im vierten Quartal nicht zu erwarten sei. Auch die Auftragseingänge enttäuschten, indem sie mit lediglich 70 Millionen Euro weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Armin Kremser von der DZ Bank sorgte zudem ein schwacher Ausblick auf 2026 und warnte vor einer weitergehenden Zyklusdelle.
Unterdessen glaubt Madeleine Jenkins von der UBS, dass die Süss-Aktien kurzfristig unter dem Marktdurchschnitt bleiben werden. Ihr Kollege Malte Schaumann von Warburg Research bleibt hingegen optimistischer und sieht die aktuelle Kursschwäche als Kaufgelegenheit. Er erwartet eine Margenerholung, die sich aus neuen Produktgenerationen und der Minderung des Kosteneffektes in Taiwan ergeben könnte. Der anstehende Kapitalmarkttag im November könnte hier weitere Klarheit schaffen.

