Südkorea und die USA im Handelssturm: Visa-Streit erschüttert Milliardeninvestitionen
Ein aufsehenerregender Zwischenfall in den USA sorgt für Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Südkorea, nachdem über 300 koreanische Arbeitskräfte bei einer Einwanderungsrazzia festgenommen wurden. Präsident Lee Jae Myung zeigte sich besorgt über die Auswirkungen auf die Milliardeninvestitionen südkoreanischer Unternehmen in Amerika. "Es mangelt in den USA an Fachkräften zur Installation der Anlagen, weshalb wir qualifizierte Techniker entsenden mussten", erklärte der Präsident am Donnerstag in Seoul anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt.
Die betroffenen Arbeiter, die im Zuge von Visa-Verweigerungen in diese Situation geraten sind, sollten lediglich für Kurzaufenthalte zur Montage der modernen Anlagen in den Staaten verweilen. Lee bezeichnete die Razzia als "rätselhaft" und kündigte Gespräche mit den USA an, um entweder mehr Visa-Quoten zu sichern oder eine neue Visakategorie zu schaffen.
Die insgesamt 330 Personen — darunter 316 Südkoreaner — wurden bei einem Bauprojekt von Hyundai Motor und LG Energy Solution in Georgia festgenommen, befinden sich jedoch auf dem Weg zur Entlassung aus einem US-Detentionszentrum. Die Rückkehr nach Südkorea soll am Freitagnachmittag erfolgen.
Der Vorfall erregt in Südkorea große Aufmerksamkeit, da Bilder der festgesetzten Arbeiter die Öffentlichkeit erzürnen und das Regierungsbild Trübung erfährt. Dies kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, nur zwei Wochen nachdem Lee sich mit Donald Trump getroffen hatte, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu bekräftigen. Die Entwicklungen bedrohen die geplanten Milliardeninvestitionen koreanischer Konglomerate und verschärfen die Spannungen, die bereits durch ein Handelsabkommen aus dem Juli ausgelöst wurden. Angesichts dieser Herausforderungen sieht sich Südkorea noch in komplexen Verhandlungen, bei denen Vernunft das letztendliche Ziel bleiben soll.

