Stuttgart 21: Verkehrsminister fordert realistischen Inbetriebnahmeplan

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann betonte bei einem Treffen zur Verschiebung der Eröffnung des Milliardenprojekts Stuttgart 21 die dringende Notwendigkeit eines realistischen Zeitplans. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur insistierte der Grünen-Politiker darauf, dass Bahnchefin Evelyn Palla eine klare Strategie für die Inbetriebnahme präsentieren solle.
Besonders hob Hermann die Bedeutung einer großzügig bemessenen Testphase hervor. Diese sei entscheidend, um erneute Umplanungen und einen holprigen Übergang zu vermeiden. Die Branche müsse ausreichend Zeit bekommen, sich auf die neue Technologie vorzubereiten und diese umfassend zu testen. Stuttgart 21 bringe nicht nur einen neuen Bahnhof mit sich, sondern auch neue Fahrzeuge, einen erweiterten Fahrplan sowie eine digitalisierte Steuerungs- und Sicherheitstechnik. Die Komplexität garantiert, dass ein reibungsloser Start auf Anhieb unwahrscheinlich sei.
Die Sorge um den Eröffnungstermin ist berechtigt, da bereits im November bekannt wurde, dass der geplante Start des Tiefbahnhofs Ende 2026 nicht zu halten ist. Technische Herausforderungen sowohl bei der Digitalisierung als auch beim Bau selbst sind der Grund für die erneute Verzögerung, so die Informationen der Bahn. Die Projektlenkungsgruppe, bestehend aus der Deutschen Bahn, dem Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart, wird sich zu einer Sondersitzung treffen. Erwartet werden auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bahnchefin Evelyn Palla.

