Studienkredite in der Krise: Deutlicher Rückgang der Neuabschlüsse
Die Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung offenbart einen dramatischen Rückgang bei Studienkreditabschlüssen in der letzten Dekade. Mit nur knapp 13.000 neuen Verträgen im Jahr 2024, im Vergleich zu fast 60.000 vor zehn Jahren, zeichnet sich ein deutlicher Trend ab. Zuerst berichtete das „Handelsblatt“ über diese Entwicklung.
Besonders besorgniserregend ist die Situation beim staatlichen Anbieter KfW, dessen Kredite sich derzeit „dem Nullpunkt“ nähern, wie Ulrich Müller, Mitglied der CHE-Geschäftsleitung, betont. Die unattraktiven Kreditkonditionen, insbesondere der hohe Zinssatz von 6,3 Prozent, werden als Hauptgrund für diesen Rückgang genannt.
Obwohl die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag für faire Kreditbedingungen eintreten und ein Angebot mit Zinsbindung schaffen möchte, gibt es bislang keine konkreten Umsetzungspläne. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat auf entsprechende Anfragen bisher nicht geantwortet.
Die Konsequenzen könnten schwerwiegend sein. Da private Anbieter die entstehende Lücke nur eingeschränkt füllen können, sehen sich viele Studierende benachteiligt. Laut Müller sind sie dadurch gezwungen, Nebenjobs anzunehmen, ihr Studium zu verlängern oder im schlimmsten Fall sogar abzubrechen.

