Studie: Deutsche haben immer weniger Zukunftssorgen

02. Januar 2011, 16:26 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts) - Die Deutschen blicken optimistisch in das neue Jahr. Angesichts der guten Wirtschaftslage machen sich die Bundesbürger offenbar kaum noch Sorgen um ihren Arbeitsplatz, zudem ist die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Lage und dem allgemeinen Lebensstandard deutlich gestiegen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Verbraucherumfrage der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young, die der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe) exklusiv vorliegt.

Nur noch jeder neunte der insgesamt 2.000 befragten Verbraucher sieht derzeit seinen Job in Gefahr. Im Vorjahr hatte noch jeder fünfte Bundesbürger Angst um seinen Arbeitsplatz. Parallel zu diesem gestiegenen Sicherheitsgefühl hat sich auch die Zufriedenheit mit der persönlichen wirtschaftlichen Situation verbessert. Nur noch elf Prozent der Deutschen sehen 2011 schwere Zeiten auf sich zukommen. Vor Jahresfrist lag dieser Wert noch bei 16 Prozent, Anfang 2009 waren es sogar 21 Prozent. Vor allem junge Leute und Gutverdiener blicken optimistisch in die Zukunft. Bei den Nachwuchskräften unter 35 Jahren rechnet schon jeder zweite mit einer Verbesserung der eigenen finanziellen Lage. Aufgesplittet nach Einkommen wiederum, steigt das Zukunftsvertrauen mit der Höhe des Gehaltsschecks. Während sich bei den Geringverdiener mittlerweile schon jeder fünfte ob seiner finanziellen Aussichten positiv gestimmt zeigt, ist es in den Lohngruppen mit mehr als 50.000 Euro Jahreseinkommen sogar jeder dritte. Und die Hoffnung scheint nicht unbegründet. "2011 bringt erstmals seit langem reale Lohnzuwächse mit sich", begründet Studienautor Thomas Harms. Der Leiter des Bereichs Handel und Konsum bei Ernst & Young rechnet damit, dass der Aufschwung in diesem Jahr in den Portemonnaies der Bürger ankommt. Schließlich hätten einige Unternehmen bereits angekündigt, Sonderzahlungen vorzunehmen. Zudem stehen planmäßige Tariferhöhungen an, Anfang April zum Beispiel in der Metall- und Elektroindustrie. Harms befürwortet die höheren Löhne und Gehälter. "Wachstum in Deutschland kann nicht dauerhaft nur durch den Export generiert werden. Die Binnennachfrage nach Konsumgütern muss ebenfalls gestärkt werden", begründet der Handelsexperte. Er rechnet für die kommenden Monate mit steigenden Konsumausgaben, wie es sie zuletzt schon im Weihnachtsgeschäft gegeben hatte. Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, spricht sogar von einer bevorstehenden "Renaissance des privaten Konsums". Einen Kaufrausch wird es allerdings nicht geben, prognostiziert Harms. Denn während die Deutschen unter anderem für mehr Geld für Lebensmittel ausgeben wollen, planen sie weniger Geld für größere Anschaffungen ein wie etwa ein Auto oder eine Küche.
DEU / Arbeitsmarkt / Gesellschaft
02.01.2011 · 16:26 Uhr
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