Strengere Regeln für Medizinal-Cannabis: Reformpläne unter der Lupe
Die geplante Gesetzesverschärfung zur Regulierung von Medizinal-Cannabis stößt auf ein geteiltes Echo. Während Polizei- und Ärztevertreter die Initiative von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken begrüßen, äußern Patientenverbände und die Cannabisbranche Bedenken. Sie warnten vor einer Einschränkung der Verfügbarkeit für Patienten während einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.
Seit April 2024 fällt Medizinal-Cannabis nicht mehr unter das Betäubungsmittelgesetz. Nun soll es strikter reguliert werden aufgrund von Missbrauchstendenzen, die durch den erleichterten Zugang über Online-Plattformen entstanden sind.
Polizei und Ärztevertreter unterstützen die Vorschläge, Medizinal-Cannabis nur nach persönlichem Arztkontakt zu verschreiben und auf Versandhandel zu verzichten. Ein Problem sei der Anstieg der Importe um über 400 Prozent im ersten Halbjahr 2025.
Doch die Cannabiswirtschaft befürchtet negative Folgen für Patienten und verweist auf den wachsenden Schwarzmarkt, der durch mangelnde legale Zugänge befeuert wird. Auch Patientenorganisationen kritisieren das Gesetzesvorhaben und betonen die therapeutischen Vorteile von Cannabis. Für viele Konsumenten bleibt der legale Zugang herausfordernd.
Besorgnis herrscht zudem im Bereich Verkehrssicherheit, betont Manfred Wirsch vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Er warnt vor den Gefahren des Fahrens unter Cannabiseinfluss ohne ärztliche Begleitung. Die Polizei fordert konsequente Regeln auch für Beamte, die Medizinal-Cannabis benötigen könnten – für sie sei eine Nulltoleranz-Policy im Dienst unumgänglich.

