Streit um Zollpolitik: Trump eskaliert Konflikt mit Brics
Im aktuell angespannten Handelsklima droht US-Präsident Donald Trump den Brics-Staaten mit weiteren Zöllen. Jedes Land, das sich der aus Trumps Sicht antiamerikanischen Linie der Brics-Gruppe anschließt, solle zusätzlich mit einem zehnprozentigen Zollsatz belegt werden, kündigte Trump über seine Plattform Truth Social an.
Die Brics-Staaten, zu denen auch Russland gehört, hatten unlängst in Rio de Janeiro die einseitige Zollpolitik der USA lautstark kritisiert. Weitere Maßnahmen stehen demnächst bevor: Trump plant, ab Montag eine Reihe von Zoll- oder Handelsabkommen-Briefen an diverse Länder zu senden. Der Versand ist für 12 Uhr Ortszeit vorgesehen.
Bislang ist unklar, ob auch EU-Staaten betroffen sein werden. Trump hat sich in seinen Ankündigungen bedeckt gehalten und keine Details zu den Briefen offenbart. Der Zeitpunkt dieser Aktionen wirkt kalibriert: In dieser Woche läuft die letzte Frist für einen möglichen Handelsdeal zwischen der EU und den USA aus. Sollte dieser nicht zustande kommen, könnten neue Zölle auf EU-Waren in Kraft treten – so hatte es Trump zuvor angedeutet.
Bereits seit einigen Wochen laufen die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien intensiv. Seit April erhebt Trump bereits einen Grundzoll von zehn Prozent auf fast alle Importe aus der EU, während spezifische Güter wie Stahl, Aluminium und Autos von zusätzlichen Zöllen betroffen sind. Mit dieser Strategie verfolgt der US-Präsident das Ziel, die inländische Produktion zu stärken.
Die Brics-Gruppe besteht aus den Ländern Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, und hat Anfang 2024 Zuwachs durch den Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate erhalten. Bereits zu Beginn des Jahres hatte Trump mit drastischen Strafzöllen in Höhe von 100 Prozent gedroht, sollte sich dieses Bündnis gegen den US-Dollar als internationale Währung stellen.

