Streit um Klimaziele: CDU-Politiker im Disput
Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andreas Jung, hat die Forderung seines Parteikollegen Tilman Kuban, die Klimaziele der Union zu lockern, entschieden zurückgewiesen. Jung unterstrich in einem Gespräch mit 't-online' die Dringlichkeit des Klimaschutzes angesichts des fortschreitenden Klimawandels und erinnerte an das Bekenntnis zur Klimaneutralität bis 2045 im Wahlprogramm und Koalitionsvertrag.
Kuban, ehemals Vorsitzender der Jungen Union, argumentierte zuvor, dass die aktuellen Klimaziele in Deutschland und der EU Arbeitsplätze gefährden könnten. Er schlug vor, dass es ambitioniert genug sei, 2045 eine 80-prozentige Klimaneutralität zu erreichen, wenn dadurch Wohlstand und Demokratie gewahrt blieben. Erst dann sollten die verbleibenden 20 Prozent diskutiert werden.
In Bezug auf das EU-Klimaziel für 2050 äußerte Kuban Bedenken, dass Deutschland sich hier nicht isolieren sollte und stattdessen pragmatische Ansätze verfolgen müsse. Er betonte, dass 80 Prozent Klimaschutz mit einer starken Wirtschaft und Demokratie vorzuziehen seien, um leere Werkshallen zu vermeiden.
Jung erwiderte, dass neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch Planungssicherheit und stabile Rahmenbedingungen im Klimaschutz erforderlich seien. Er betonte, dass das Ziel unerlässlich sei, jedoch nur erreicht werden könne, wenn Klimaschutz, wirtschaftliche Stärke und sozialer Ausgleich miteinander verknüpft würden. Das Klimaschutzgesetz verlangt, dass Deutschland bis 2030 seinen Treibhausgasausstoß um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 senkt und bis 2045 klimaneutral wird.

