Streit um Bitcoin-ATM-Software: AML Software verklagt Athena Bitcoin
Die in Illinois ansässige Firma AML Software hat eine Klage gegen den Bitcoin-ATM-Betreiber Athena Bitcoin eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, versucht zu haben, ihren Quellcode zu stehlen. Der Vorwurf wird in einer 16-seitigen Beschwerde detailliert dargelegt. AML Software beschuldigt Athena der Urheberrechtsverletzung, widerrechtlichen Aneignung von Geschäftsgeheimnissen sowie „einer Reihe weiterer unrechtmäßiger Handlungen“ im Zusammenhang mit dem angestrebten Erwerb von 3.000 Maschinen eines Drittanbieters ab 2023.
Im Fokus der Klage stehen zudem mehrere Mitangeklagte, darunter Jordan Mirch. Ihm wird nachgesagt, als treibende Kraft hinter diesem Vorhaben zu agieren. Mirchs Unternehmen, Taproot Acquisition Enterprises, soll auf unlautere Weise Bitcoin-ATMs von SandP Solutions erworben haben, was Gegenstand einer separaten Klage in Illinois ist.
Athena Bitcoin, das laut Webseite 3.600 Bitcoin-ATMs im ganzen Land betreibt, wollte den Quellcode von AML Software ursprünglich kaufen, entschied sich aber aus nicht näher genannten Gründen gegen das Geschäft. Stattdessen soll ein Entwickler von AML Software über Taproot von Mirch kontaktiert und als Berater engagiert worden sein, um unbefugt den geschützten Quellcode zu erlangen.
Inmitten dieser rechtlichen Auseinandersetzungen wurde kürzlich ein 9-Millionen-Dollar-Vergleich zwischen Athena und Taproot vereinbart. Athena erwirbt damit das unmittelbare Eigentum an den ATMs und dem Quellcode und beendet gleichzeitig eine Umsatzbeteiligungsvereinbarung mit Taproot und seinen verbundenen Unternehmen. Doch weitere juristische Herausforderungen zeichnen sich ab: Die Anwaltskanzlei des Generalstaatsanwalts von Washington, D.C., hat eine separate Klage gegen Athena wegen angeblichen Betrugspraktiken gegenüber älteren Kunden eingereicht.
Während einige Strafverfolgungsbehörden bei der Rückgewinnung von durch Betrug verlorenen Geldern auf rigoroses Vorgehen setzen, drängen liberale Gesetzgeber auf neue Schutzmaßnahmen. Senatorin Cynthia Lummis plant, das Problem über ein Gesetz zur Marktstruktur anzugehen, das sie gemeinsam mit Senatorin Kirsten Gillibrand unterstützt.

