Streik-Wogen bei Deutsche See: Arbeitnehmer fordern mehr als Inflationsausgleich
Die Verhandlungen um neue Tarifverträge beim Bremerhavener Fischunternehmen Deutsche See haben eine kritische Wendung genommen. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) hat zu Warnstreiks aufgerufen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Am zentralen Standort in Bremerhaven, bei dem knapp 800 Beschäftigte tätig sind, sollen die Arbeit am Dienstag für volle 24 Stunden ruhen. Diese Maßnahmen betreffen entscheidend die Produktion und Logistik des Unternehmens. Insgesamt beschäftigt Deutsche See rund 1.800 Personen in Deutschland, verteilt auf 20 Standorte.
Die Streikmaßnahmen sollen in der Niederlassung Bremerhaven von Dienstag bis Mittwoch andauern, begleitet von einer deutlichen medienöffentlichen Aufmerksamkeit. Die Priorität der Gewerkschaft liegt in einem zukunftsfähigen Tarifvertrag mit einer Laufzeit bis 2026, der Arbeitnehmern eine Gehaltssteigerung um 12 Prozent, höhere Ausbildungsvergütungen und unbefristete Übernahmeregelungen für Auszubildende sichern soll. Bislang zeigt sich das Unternehmen weniger flexibel und bot lediglich einen Inflationsausgleich bei einer Laufzeit von mehr als zwei Jahren an.
Für die Gewerkschaft ist dies inakzeptabel, besonders vor dem Hintergrund der Mindestlohnerhöhung und der wachsenden Belastung der Mitarbeiter. In der dritten Verhandlungsrunde wurde von Seiten der Unternehmensführung angemerkt, es gebe keinen Spielraum für weitergehende finanzielle Zugeständnisse. Eine Bereitschaft zur erneuten Verhandlungsaufnahme ist nicht in Sicht.

