Strategisches Ringen: Telefonica und 1&1 erkunden mögliche Kooperation
Der spanische Telekommunikationsgigant Telefonica lotet in Gesprächen mit dem deutschen Telekommunikationsanbieter 1&1 Wege aus, um ihre bislang angespannten Beziehungen zu verbessern. Im Rahmen dieser Verhandlungen wird insbesondere eine potenzielle Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen Netzwerkpartnern Telefonica Deutschland und 1&1 erörtert. Langfristig steht sogar eine Übernahme von 1&1 im Raum, wie Insiderinformationen dem Handelsblatt zufolge nahelegen. Diese Spekulationen beflügelten die Aktienmärkte spürbar. Die Anteilsscheine von United Internet, der Muttergesellschaft von 1&1, stiegen im frühen Handel um mehr als vier Prozent auf 28,02 Euro. Unterdessen kletterten die Aktien von 1&1 über fünf Prozent auf 21,05 Euro. Trotz des geringen Handelsvolumens, hervorgerufen durch den hohen Anteil von United Internet, erfuhren die 1&1 Aktien im laufenden Jahr bereits einen Anstieg von rund zwei Dritteln.
1&1 hat sich zwar auf den Weg gemacht, sein eigenes Mobilfunknetz aufzubauen, bleibt jedoch auf Leitungskapazitäten anderer Anbieter angewiesen, während der Fortschritt langsamer als erwartet erfolgt. Nach einer Phase der Zusammenarbeit mit Telefonica durchlief 1&1 einen Wechsel zu Vodafone, begleitet von erheblichen Spannungen.
Kürzlich trat Markus Haas, CEO von Telefonica Deutschland, zurück, was die Möglichkeit für eine Neuausrichtung der Geschäftsbeziehungen eröffnet. Die Verhandlungen sind noch in einem frühen Stadium und deren Ausgang bleibt momentan unklar. Während das Handelsblatt von Gesprächen berichtete, vermied United Internet Stellungnahmen dazu, bestätigte jedoch Fortschritte beim Netzausbau von 1&1. Auch Telefonica lehnte eine Kommentierung der Spekulationen ab.
Ein Zusammenschluss könnte jedoch das Augenmerk der Kartellbehörden auf sich ziehen. Im ohnehin stark umkämpften Markt, in dem aggressive Wettbewerbsstrategien zunehmen, würde eine Reduktion der Anbieterzahl die Aufsicht der Wettbewerbsbehörde hervorrufen.

