Strategische Zwickmühle: Die Unsicherheit um den Donbass und die diplomatischen Verhandlungen
Der Politikwissenschaftler Carlo Masala warnt vor den potenziell schwerwiegenden Folgen eines russischen Vorstoßes in der Ostukraine im Rahmen diplomatischer Gespräche. Im Mittelpunkt dieser Überlegungen steht der Donbass, eine Region, die durch ihre starken militärischen Befestigungsanlagen und den Spitznamen 'Festung des Donbass' bekannt ist. Masala, Experte an der Bundeswehr-Universität München, äußerte im ZDF-'heute journal' Bedenken, dass eine russische Kontrolle über das Gebiet die Verteidigungsmöglichkeiten der Ukraine stark einschränken könnte.
Ein solches Szenario würde den russischen Kräften eine strategisch günstige Ausgangsposition für mögliche zukünftige Konflikte bieten und die Verteidigung für Kiew erheblich erschweren. Diese Sorgen werden durch unbestätigte Berichte begleitet, wonach der ehemalige US-Präsident Donald Trump ein schnelles Friedensabkommen in Erwägung zieht, falls die Ukraine bereit ist, den gesamten Donbass abzutreten. Dies würde auch Gebiete umfassen, die russische Streitkräfte bisher nicht unter Kontrolle bringen konnten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wiederholt klargestellt, dass Gebietsabtretungen keine Option sind, steht jedoch vor einer diplomatischen Herausforderung. Gemeinsam mit europäischen Unterstützern wird Selenskyj in Washington erwartet, wo weitere Gespräche stattfinden sollen. Medienberichten zufolge soll zunächst ein Treffen zwischen den USA und der Ukraine, und später mit den Europäern folgen. Diese Vorgehensweise, so Masala, könnte den Druck auf Selenskyj erhöhen und möglicherweise zu Zugeständnissen führen.
Das Institut für Kriegsstudien in Washington (ISW) hebt hervor, dass die Ukraine in den vergangenen elf Jahren intensiv in die Verteidigung des Donbass investiert hat. Dies umfasst umfangreiche Ausgaben für die Stärkung der Befestigungsanlagen und den Ausbau einer robusten Verteidigungsinfrastruktur. Trotz dieser Bemühungen bemühen sich russische Kräfte weiterhin, den strategisch wichtigen Festungsgürtel von Südwesten her unter ihre Kontrolle zu bringen, ein Unterfangen, das laut Experten mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnte.

