Stellenabbau beim Playmobil-Hersteller: Hunderte Jobs betroffen
Die anhaltenden Schwierigkeiten beim prominenten Spielzeughersteller Playmobil haben eine neue, alarmierende Dimension erreicht. Nach Monaten des zögerlichen Wachstums und enttäuschenden Umsätzen prognostiziert die Konzernmutter Horst-Brandstätter-Group nun einen umfassenden Stellenabbau.
Allein in Deutschland werden 370 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren, während weltweit ca. 700 Stellen gestrichen werden sollen. Dies entspricht rund 17 Prozent der gesamten Belegschaft auf internationaler Ebene und 16 Prozent in Deutschland.
Der deutsch-dänische Konkurrenzkampf zwischen Playmobil und Lego fand in den letzten Jahren nicht nur auf den Kinderzimmern, sondern auch an der Börse statt. Während die Konkurrenz aus Dänemark mit innovativen Produkten und emotionalen Figuren punkten konnte, blieb Playmobil in dieser Hinsicht hinter den Erwartungen zurück.
Die Gesichter der kleinen Playmobil-Figuren strahlten seit jeher nur ein fröhliches, unveränderliches Lächeln - egal ob es zur jeweiligen Situation passte oder nicht. Gleichzeitig versuchte das Unternehmen jedoch, mit den ständig steigenden Kosten und schwachen Umsätzen umzugehen, was zu einer unangenehmen Realität für die Plastikhelden und ihre Produzenten in Zirndorf bei Nürnberg wurde.
Der Mutterkonzern hat daher gezwungenermaßen beschlossen, den drastischen Stellenabbau vorzunehmen. Die Entscheidung sei "nach einer gründlichen Untersuchung aller Geschäftsbereiche und unter Berücksichtigung der Unternehmensentwicklung und aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen" getroffen worden, erklärte ein Sprecher.
Die Horst-Brandstätter-Gruppe hat in den letzten beiden Geschäftsjahren einen Rückgang der Umsätze und Gewinne verzeichnet. Als Hauptgründe für diese Entwicklungen wurden äußere Faktoren wie die Corona-Pandemie, Schwierigkeiten in der Lieferkette und der Ukrainekrieg angegeben. Zudem seien auch gestiegene Kunststoffpreise zu verzeichnen.
Bei Playmobil selbst spiegelte sich dies in einem Umsatzrückgang von 4,3 Prozent wider. Dies lässt vermuten, dass die Probleme tiefgreifender sind als zunächst angenommen. Bereits am Freitag wurde bekannt gegeben, dass Playmobil seinen Formenbau auslagern und dementsprechend 74 Stellen streichen will.
Laut dem Unternehmen gehöre der Formenbau nicht mehr zu den Kernkompetenzen und habe an Bedeutung verloren. Diese Entwicklung ist Teil der Gesamtstrategie des Konzerns, die durch den Finanzdirektor Steffen Höpfner, der 2015 Horst Brandstätter als Vorstandschef ablöste, vorangetrieben wird.
Seit der Markteinführung 1974 haben die beliebten Playmobil-Figuren mit ihrem unverkennbaren Lächeln die Kinderzimmer in Deutschland erobert. Mit dem Tod des Firmenpatriarchen und Milliardärs Horst Brandstätter im Jahr 2015 hinterließ dieser dem Unternehmen ein beträchtliches Vermögen.
Nun befindet sich Playmobil in einer herausfordernden Lage und stellt sich den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten, um auch in Zukunft als fester Bestand im Kinderzimmer zu bleiben.

