Stellantis: Neubeginn mit milliardenschweren Abschreibungen

Der Automobilriese Stellantis, Muttergesellschaft von Marken wie Fiat, Chrysler und Opel, hat im vergangenen Jahr signifikante finanzielle Herausforderungen verzeichnet. Grund dafür ist der kostspielige Strategiewechsel vom US-Elektroautokurs, der das Unternehmen tief in die roten Zahlen brachte. Als Folge der unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump geänderten staatlichen Rahmenbedingungen musste Stellantis Abschreibungen in Höhe von rund 22 Milliarden Euro hinnehmen. Knapp 15 Milliarden Euro dieser Summe resultieren aus Streichungen von Elektroautomodellen im US-Markt.
Der Aktienkurs der Gesellschaft erlebte nach dem Handelsstart in Paris einen massiven Rückschlag und verlor fast ein Fünftel seines Werts - ein beispielloser Rückgang, der sich bereits am Vortag mit einem Minus von sechs Prozent angebahnt hatte. Innerhalb eines Jahres hat das Papier somit etwa 50 Prozent seines Wertes eingebüßt, was Analyst Philippe Houchois von Jefferies als "rekordhohe Belastungen" einstuft. Zur Bewältigung der finanziellen Turbulenzen sind in den nächsten Jahren Zahlungen von 6,5 Milliarden Euro erforderlich.
Für das laufende Jahr strebt das Management keine Dividendenausschüttung an und plant, zusätzlich bis zu 5 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Anleihen aufzunehmen. Diese strategischen Anpassungen erfolgen in einem sensiblen Zeitraum, da das Unternehmen in den USA mit rückläufigen Verkaufszahlen und sinkenden Preisen kämpft. Der neue CEO Antonio Filosa erkennt allerdings bereits erste Zeichen der Erholung.
Im zweiten Halbjahr 2025 stiegen die Verkaufszahlen um 11 Prozent auf 2,8 Millionen Fahrzeuge. Sowohl Umsatz als auch der freie Mittelzufluss übertrafen die Ergebnisse des ersten Halbjahres. Die operativen Schwierigkeiten drückten jedoch die Gewinnmargen, die hinter den gesteckten Erwartungen zurückblieben. Bis 2026 soll jedoch eine deutliche Verbesserung der Kernkennzahlen erkennbar sein.

