Start der neuen ICE L-Züge: Deutsche Bahn setzt auf Flexibilität trotz Zulassungsverzögerungen

Die neuen ICE L-Züge der Deutschen Bahn verkehren seit Mitte Dezember auf der Strecke zwischen Köln und Berlin. Doch anstatt den eigenen Steuerwagen zu nutzen, setzt das Unternehmen auf angemietete Vectron-Lokomotiven. Grund hierfür ist das noch fehlende Zulassungssiegel für die vorgesehenen Antriebswagen, dessen Erteilungstermin momentan unklar ist. Die Bahn versichert jedoch, dass alle geplanten Verbindungen weiterhin wie vorgesehen bedient werden.
Der Einsatz der geliehenen Lokomotiven hat zur Folge, dass die Züge statt mit der ursprünglich geplanten Geschwindigkeit von bis zu 230 km/h ihre Reise mit maximal 200 km/h antreten. Diese angepasste Geschwindigkeit zieht längere Fahrzeiten nach sich, die jedoch im Fahrplan klar vermerkt sind. Der ICE L, entwickelt vom spanischen Hersteller Talgo, bietet durch seinen stufenlosen Einstieg barrierefreie Zugänge und erinnert äußerlich eher an die IC-Fernzüge der Bahn. Das "L" im Namen steht für "Low floor".
Die Einsatzpläne für den neuen Zugtyp sehen eine sukzessive Erweiterung der Routen vor. Ab Mai des kommenden Jahres sollen die Züge auch die Strecken zwischen Berlin, Hamburg und Westerland bedienen. Weitere Ausweitungen sind für Juli geplant, dann werden Verbindungen zwischen NRW, Westerland und dem Allgäu hinzukommen.
Bis zum Jahresende erwartet die Bahn die Auslieferung von insgesamt vier neuen ICE L-Zügen. Für das kommende Jahr sind weitere neun Fahrzeuge vorgesehen, wodurch sich die Gesamtanzahl der bei Talgo bestellten Züge auf 79 beläuft. Ursprünglich war eine Auslieferung des neuen Zugmodells bereits für 2024 geplant.

