Stahlindustrie im Tarifkonflikt: Einmalzahlungen stoßen auf wenig Begeisterung
In der zweiten Tarifverhandlungsrunde für die nordwestdeutsche Stahlindustrie haben die Arbeitgeber ein neues Angebot unterbreitet. Vorgesehen ist eine Einmalzahlung von 500 Euro für die ersten neun Monate des nächsten Jahres sowie die Verlängerung mehrerer Tarifverträge. Doch die Reaktion der IG Metall fiel alles andere als erfreulich aus. Die Gewerkschaft zeigte sich enttäuscht und wies das Angebotskonzept als unzureichend zurück. Der Vorschlag der Arbeitgeber sah zudem zwei Einmalzahlungen von jeweils 250 Euro im Jahr 2026 vor, was laut IG Metall nicht ausreiche, um den Reallohn zu sichern.
Knut Giesler, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall NRW, kritisierte das Angebot scharf. Er äußerte Bedenken, dass die Handreichung für einen fairen Kompromiss im aktuellen wirtschaftlichen Klima ausgeschlagen worden sei. Giesler warnte, dass ohne ein verbessertes Angebot, das auch eine prozentuale Lohnerhöhung beinhaltet, ab dem 1. Oktober mit Warnstreiks zu rechnen sei.
Auf der Gegenseite betonte der Hauptgeschäftsführer des Stahlverbandes, Gerhard Erdmann, das anhaltende Bemühen der Gewerkschaft um eine gerechte Lösung. Er erklärte, ein fairer Ausgleich könne nur dann erreicht werden, wenn die IG Metall bereit sei, entsprechend zu handeln.
Die nächste Phase der Verhandlungen für die nordwestdeutsche Stahlindustrie wird am 23. September fortgeführt, während für die ostdeutsche Stahlindustrie die Verhandlungen am 22. September geplant sind. Hintergrund der aktuellen Tarifgespräche ist die schwierige Lage in der Stahlindustrie, die unter anderem durch erhöhte Energiepreise, Billigimporte aus China und hohe US-Zölle auf Stahlimporte belastet wird. Auch große Unternehmen wie Thyssenkrupp sehen sich gezwungen, Stellenstreichungen in Betracht zu ziehen.

