Springer Nature: Wissenschaftlicher Aufschwung belebt Börsenkurs
Der renommierte Wissenschaftsverlag Springer Nature erlebt dank des florierenden Geschäfts mit frei verfügbaren Forschungspublikationen einen erfreulichen Zuwachs in Umsatz und operativem Ergebnis im ersten Quartal. Die Geschäftsführung unter Frank Vrancken Peeters zeigt sich optimistisch und erwartet, bis 2025 die obere Hälfte der bisherigen Umsatzziele zu erreichen, während auch das operative Jahresziel positiver gesehen wird. Die Börse reagierte ebenfalls wohlwollend: Die Aktie verzeichnete am frühen Handel ein Plus von über acht Prozent und sicherte sich bis zum späten Vormittag einen Kurszuwachs von 5,4 Prozent auf 19,50 Euro, wodurch sie zu den Favoriten im SDax zählte.
Nachdem der Verlag im Oktober letzten Jahres mit einem Ausgabepreis von 22,50 Euro an die Börse gegangen war, kletterte die Aktie auf ein Hoch von 28,30 Euro bis Ende 2024. Im April fiel der Kurs jedoch beinahe auf 16 Euro, wobei der seitdem beobachtbare Aufwärtstrend den Anlegern, die einst bei diesem Tiefpunkt kauften, einen Zugewinn von gut einem Fünftel beschert hat.
Das erste Quartal übertraf die Erwartungen der Analysten, die im Auftrag von Springer Nature befragt worden waren. Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf circa 450 Millionen Euro, ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe zu berücksichtigen. Der Research-Bereich erwirtschaftete dabei mit knapp 355 Millionen Euro den größten Anteil des Konzernumsatzes, wobei besonders der Bereich Full Open Access hohe Zuwächse verzeichnete. Die positiven Signale diverser Länder hinsichtlich steigender Forschungsausgaben und Förderbudgets tragen zusätzlich zu diesem Wachstum bei.
Springer Nature erfreut sich zudem über eine beeindruckende Wachstumsdynamik im Datenbank- und Lizenzgeschäft sowie im Sektor Promotion und Training. Gedruckte Bücher und das Anzeigengeschäft zeigen Anzeichen der Stabilisierung, was zusätzliche Zuversicht verleiht. Die Expertenmeinung, vertreten durch Daniel Kerven von JPMorgan, unterstützt den positiven Ausblick und hebt die Dynamik im Research-Geschäft hervor.
Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen, den oberen Bereich der Umsatzspanne von 1,885 bis 1,935 Milliarden Euro zu erreichen und für den operativen Gewinn den oberen Bereich der neu definierten Spanne von 523 bis 546 Millionen Euro anzupeilen. Im ersten Quartal lag der operative Gewinn bei 108 Millionen Euro, was einer Verbesserung von 10,5 Prozent unter Ausschluss bestimmter Faktoren entspricht. Auch der freie Barmittelzufluss verzeichnete dank verringerten Zinszahlungen einen Anstieg um 15,5 Prozent auf 158 Millionen Euro, was den Verschuldungsgrad des Unternehmens weiter reduziert.

