Split Fiction im Test: Split-Screen Fun ohne Ende!

12. April 2025, 21:34 Uhr · Quelle: PixelCritics
Alleine auf der Couch sitzen? Damit ist jetzt Schluss! Hazelight, die kreativen Köpfe hinter dem gefeierten Spielehit It Takes Two, sind zurück und präsentieren ihren neuesten Couch-Koop-Titel: Split Fiction.

Die vor etwas mehr als zehn Jahren von Regisseur Josef Fares gegründete Hazelight Studios kamen quasi aus dem Nichts und brachten mal eben im Vorbeigehen mit ihren Highlights den Split-Screen Koop wieder in Mode. Egal ob gemeinsam auf der Couch oder online, A Way Out und das preisgekrönte It Takes Two, begeisterte Jung und Alt. Nun folgt endlich der nächste Hitkandidat Split Fiction, der nicht nur neue Wege geht, sondern das Gameplay der beiden Vorgänger nochmal auf die Spitze treibt.

Fantastische Zukunft

Wir schlüpfen in die Rollen der beiden Protagonistinnen Mio und Zoe, die sich als Autorinnen bei einem modernen Verlag bzw. Konzern mit ihren Buchideen bewerben. Die beiden Damen und andere Schriftsteller werden dazu in eine Flüssigkeit gepackt, um ihre Idee selbst zu durchleben. Mio bekommt aber kalte Füße, will abbrechen, doch schon da wird klar, dass der Firmenboss Rader Übles im Schilde führt und will sie in ihre flüssige Blase zwingen. Im Gerangel landet sie aber bei Zoe und so treffen sich die beiden zunächst in der Fantasy Geschichte von Zoe, die gar nicht erfreut ist über den Besuch.

Da die Heldinnen wider Willen dabei das System kaputt machen und Glitches entstehen, bekommen sie mit, dass man nicht nur die eingereichte Idee angeblich veröffentlichen möchte, sondern sämtliche Geschichten aus den Köpfen der Teilnehmer dieses Experimentes stehlen will. Das lassen die zwei nicht auf sich sitzen und finden heraus, dass sie durch das „durchspielen“ der Ideen, sowie Glitsches, die als Art Side-Storys fungieren und damit kurze, ausgefallene Spielabschnitte, darstellen, diese aus dem System löschen und somit am Ende hoffentlich wieder herauskommen können.

Da die beiden verschiedenen Ausrichtungen haben – Mio steht auf dystopische, düstere Science-Fiction im Stile von Blade Runner und Co., während Zoe in Fantasy-Welten á la Herr der Ringe und Co. sich als Autorin beheimatet fühlt, wechseln wir immer wieder zwischen diesen unterschiedlichen Szenarien, die wiederum der anderen Protagonistin, nicht wirklich zusagen, woraus sie auch zu keiner Sekunde einen Hehl machen.

Rasante Action versus entspanntes Rätseln

Die Sci-Fi Welten sind stets actionreich, rasant und treiben den Puls in die Höhe. Egal, ob wir mit einem Wingsuit, im fliegenden Auto oder auf einem Motorrad unterwegs sind, das Adrenalin ist immer da. Auch in den Kampfsequenzen müssen die beiden zusammenarbeiten, aber wie auch in It Takes Two, haben wir als Spieler stets andere Dinge zu tun und müssen uns gegenseitig helfen. Wege freiräumen, dem Spielpartner weiterhelfen, oder gemeinsam Gegner besiegen. Im Auto ballert einer, der andere steuert das Ungetüm. Im Kampf hat am Anfang Mio ein Katana und Zoe eine Peitsche. Da Mio die Story ja entwickelt hat, weiß sie ja auch ungefähr was kommt, weshalb sie Zoe oft erklären muss, was sie zu tun hat. Für den Spieler bleibt es aber meist sehr intuitiv und nur ganz selten hingen wir an einer Stelle oder musste diese mehr als drei-vier Mal wiederholen. Dennoch ist der Schwierigkeitsgrad in den Action-Sequenzen und bei Bossen überraschend knackig. Dafür sind die Checkpoints (fast zu) sehr fair gesetzt und man verliert eigentlich nie mehr als ein bis zwei Minuten, wenn überhaupt.

In den Fantasy-Welten sieht das Gameplay dann anders aus. Auch hier verwenden wir den Greifhaken, den wir im ersten Level schon erhalten haben, machen so manchen Wallride und meistern Hüpfpassagen. Hier kommt es aber vorrangig mehr auf Geschick, als Tempo an und statt Geballer und Action ohne Ende, wird mehr gerätselt und getüftelt. Auch die Hüpfpassagen sind dabei entspannter, müssen dafür aber koordinierter angegangen werden. Dazu muss man im ersten großen Fantasy-Level als Zoe stets zwischen einer Art Groot (Baum) und einer kleinen Fee switchen, um Passagen zu meistern und mit der Welt zu interagieren. Kurz kann sie sogar zu Mutter Natur werden und Mio durch die Welt helfen. Diese wiederum wird zum Gorilla oder einem knuffigen Schwimmtierchen.

Auch wenn Mio eher auf Action steht und Zoe das Fantasyleben genießt, so kann die Grundstimmung im jeweils anderen Genre aber auch passieren. Vor Trollen oder Skeletthaien davonlaufen, oder eben im Blade Runner Pool entspannen, funktioniert eben auch. Und in beiden Welten spielen die Entwickler stets mit der Perspektive. Ob jetzt Top-Down, Sidescroller oder ganze andere Ideen, hier hat man sich keine Grenzen gesetzt und neigt auch dazu den Spieler zu verwirren. Jedoch hilft, der auch im Online-Spiel stets vorhandene Splitscreen (sofern nicht beide am Bildschirm auf einen Schirm passen), sich eine Übersicht zu verschaffen und zu sehen, was der andere gerade so treibt.

Es glitched gar sehr

Glitches hasst man doch als Spieler, sofern man kein Speedrunner ist, der diese gern ausnutzt. In dem Fall freut man sich in den gut zwei Stunden langen Levels darüber, denn diese Glitches sind kleine Extra-Welten, die stets Konträr zum aktuellen Szenario sind. Und da gibt es kaum Grenzen. Regenbogen-furzende Schweine? Bitte sehr! Riesige, aber sanfte Wikinger? Check! Wingsuit-Zug-Heist? Aber sowas von! Raumschiff-Shoot Em Up im Stile von R-Type? Geht nicht, gibt’s hier nicht. Hier drehen Hazelight völlig frei und liefern auch die Erklärung. Die beiden Autorinnen haben halt auch unfertige, bzw. verworfene Ideen in ihrem Kopf und müssen also auch durch diese durch.

Viel Spielspaß, wenig Tiefe

Das bringt auch viel Humor in die Geschichte, denn die beiden Charaktere bleiben leider bis zum Schluss recht negativ eingestellt und bauen nur langsam eine Beziehung zueinander auf. Aber das Problem mit ordentlichen Charakteren hatte man ja schon bei It Takes Two, wohingegen die ausbrechenden Vincent und Leo einst in A Way Out ja schon Tiefe besaßen. Aber vielleicht passts ja wieder im nächsten Ableger. Auch Rader ist ein 0815 Konzern-Bösewicht und die Zwischenbosse sind zwar witzig und teilweise knifflig zu besiegen, aber das ist halt alles Massenware ohne Tiefe.

Dafür belohnen Hazelight den Spieler immer wieder mit Easter-Eggs aus anderen Games wie eben R-Type, Assasissins Creed oder eben Charaktere wie Groot (Ähnlichkeiten zu echten oder fiktiven Personen sind natürlich reiner Zufall), was zusätzlich die Liebe zum Detail und, dass die Entwickler selbst echte Gaming-Nerds sind, unterstreicht. Was haben wir gelacht, als man ein Motorrad über ein Handy vor der Selbstzerstörung im ärgsten Stress schützen mussten, dabei ständig angerufen wurden, dann noch Captcha-Bilder suchen musste, sich durch AGBs wühlen durfte, nur um dann sowieso vom Motorrad abzuspringen. Hier und da schaffen es die Entwickler dann doch schöne Momente zwischen den beiden aufzubauen, die auch mal in die Tiefe gehen, das dauert jedoch seine Zeit.

Die Technik

Optisch macht das Split Fiction einiges her. Die Welten sind detailreich, laden an manchen Stellen sogar zum Entdecken ein. Wir haben sicher einige Minuten am und im Pool auf einem Wolkenkratzer verbracht, die Solarien inspiziert, die Wasserrutsche getestet und sonst wie herumgeblödelt. Da die Szenarien so unterschiedlich sind, mag es sein, dass so mancher Part nicht ganz so detailliert erscheint, aber das sind eben oft diese „unausgegorenen“ Ideen, der Autorinnen und somit quasi Absicht.

Animationen, Effekte und die Charaktere sehen um Welten besser aus als in den Vorgängern und generell merkt man, dass hier mehr Know-How und vermutlich auch Budget vorhanden war. Die Sounds und Musik für jeden Abschnitt passen wunderbar dazu. Ob jetzt Electro-Scifi-Beats oder verträumte Fantasy-Klänge, hier passt alles! Manchmal war es aber etwas schwierig die Übersicht in manchen Kämpfen, ob der schiere ausartenden Action zu bewahren und das Kämpfen und ballern macht zwar Spaß, ist jedoch stets sehr Arcade-lastig und lässt auch an Tiefgang vermissen.

Gaming / Split Fiction
[pixelcritics.com] · 12.04.2025 · 21:34 Uhr
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