Investmentweek

Finks Jahrhundertwarnung: BlackRock-Chef sieht Anleger am Scheideweg zwischen Panik und Vermögen

25. März 2026, 09:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Finks Jahrhundertwarnung: BlackRock-Chef sieht Anleger am Scheideweg zwischen Panik und Vermögen
Foto: InvestmentWeek
DAX minus 13 %, S&P minus 6 %: Fink mahnt zur Geduld – und investiert gleichzeitig 400 Mrd. in Private Credit. Ein Widerspruch mit Kalkül.
S&P 500 minus sechs Prozent, DAX minus 13 Prozent, Private-Credit-Turbulenzen: Larry Fink warnt vor dem teuersten Fehler, den Anleger jetzt machen können.

Ein Brief zur richtigen Zeit

Larry Fink schreibt jedes Jahr einen Brief an die Investoren von BlackRock. Selten war der Zeitpunkt so heikel wie heute. Der S&P 500 hat seit Ausbruch des Iran-Kriegs über sechs Prozent verloren, der DAX sogar rund 13 Prozent. Staatsanleihen in den USA, der EU und Großbritannien fallen gleichzeitig, weil die Hoffnung auf ein schnelles Kriegsende schwindet.

In diesem Umfeld sendet der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters – 14 Billionen Dollar verwaltet BlackRock – eine unmissverständliche Botschaft: Wer jetzt verkauft, macht den teuersten Fehler seines Anlegerlebens.

„Wir erleben eine Zeit, in der Ereignisse, die einst ein Jahrzehnt geprägt hätten, zur Routine geworden sind: Kriege mit globalen Auswirkungen, Unternehmen, die Bewertungen von Billionen von Dollar erreichen, eine grundlegende Neuordnung des internationalen Handels und das Aufkommen der bedeutendsten Technologie seit mindestens dem Computer", schreibt Fink. Aber zu oft würden diese Ereignisse durch eine „kurzfristige Linse" gefiltert.

Zehn Handelstage entscheiden über alles

Finks stärkstes Argument ist eines, das sich rechnerisch belegen lässt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich jeder in den S&P 500 investierte Dollar mehr als verachtfacht. Wer jedoch nur die zehn besten Handelstage verpasst hätte, hätte weniger als die Hälfte verdient.

Zehn Tage in zwanzig Jahren. Das ist der Unterschied zwischen Vermögensaufbau und Mittelmäßigkeit.

Das Perfide daran: Einige der stärksten Markttage gab es mitten in den größten Krisen – nach dem Lehman-Kollaps, im Corona-Crash von März 2020, nach dem Ukraine-Schock. Wer in der Panik verkauft, verpasst genau die Erholungstage, die den Großteil der langfristigen Rendite ausmachen.

„Manchmal kann es sich wie ein Dopamin-getriebenes Umfeld anfühlen, in dem ständiger Input kurzfristige Impulse belohnt", schreibt Fink. „Aber Geschwindigkeit kann die Perspektive verzerren und langfristiges Denken verdrängen."

BlackRock setzt trotz Turbulenzen auf Private Credit

Während Fink seine Anleger zur Ruhe mahnt, zeigt BlackRocks eigene Strategie, wohin das Unternehmen seinen Wachstumskurs lenkt. Bis 2030 sollen die Einnahmen von derzeit 24 Milliarden Dollar auf 35 Milliarden Dollar steigen. Dreißig Prozent oder mehr davon sollen aus privaten Märkten und Technologie kommen.

Das ist ein klares Bekenntnis zum Private-Credit-Markt – ausgerechnet in dem Moment, in dem dieser Markt unter erheblichem Druck steht. BlackRock plant, bis 2030 insgesamt 400 Milliarden Dollar bei Investoren für private Märkte einzusammeln.

Der Private-Credit-Markt ist in den vergangenen Jahren auf rund 1,8 Billionen Dollar gewachsen. Seit einigen Monaten wächst jedoch das Misstrauen. Besonders private Kredite an Technologie- und Softwarefirmen stehen unter Druck – KI-Disruption gefährdet die Kreditprofile ganzer Sektoren.

El-Erian sieht beträchtliches Risiko für das Finanzsystem

Der prominente Ökonom Mohamed El-Erian stuft die Turbulenzen im Private-Credit-Markt als „beträchtliches Risiko" für das gesamte Finanzsystem ein. Das ist keine marginale Einschätzung. El-Erian war CEO des weltgrößten Anleihefonds PIMCO und gilt als einer der schärfsten Beobachter der globalen Kapitalmärkte.

Viele Anleger ziehen bereits Geld aus Private-Credit-Fonds ab. BlackRocks eigene Aktie hat seit Jahresbeginn zehn Prozent verloren – selbst der weltgrößte Vermögensverwalter ist nicht immun gegen das Misstrauen, das er bei seinen Kunden zu bekämpfen versucht.

Fink warnt – und verkauft gleichzeitig

Es gibt eine Spannung im Brief von Larry Fink, die er nicht ausspricht. Er warnt Anleger vor kurzfristigen Panikreaktionen und wirbt gleichzeitig für den weiteren Ausbau des Private-Credit-Geschäfts – eines Marktes, in dem genau die kurzfristigen Vertrauensverluste gerade sichtbar werden, die er bei Aktieninvestoren kritisiert.

Das ändert nichts an der Validität seiner historischen Argumente. Die Zehn-Tage-Rechnung stimmt. Die Gedulds-These hat Jahrzehnte empirischer Unterstützung hinter sich.

Aber es zeigt, dass auch der weltgrößte Vermögensverwalter in einer Zeit navigiert, die er selbst als beispiellos beschreibt. Finks Rat ist richtig. Dass er ihn ausgerechnet jetzt gibt, während BlackRocks eigene Aktie fällt und sein Private-Credit-Geschäft unter Druck steht, macht ihn menschlicher – und glaubwürdiger.

Finanzen / Märkte / BlackRock / Larry Fink / Private Credit / Anleger / Marktturbulenzen
[InvestmentWeek] · 25.03.2026 · 09:00 Uhr
[0 Kommentare]
kostenloses stock foto zu bargeldersatz, bitcoin, bitcoin-einführung
Der Kurs von XRP bewegt sich derzeit um wichtige Unterstützungsniveaus, während der Markt sich auf eine entscheidende Bewegung vorbereitet. Eine Analyse zeigt, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen zwei Gruppen von Marktteilnehmern gibt, die unterschiedliche Erwartungen an die zukünftige Kursentwicklung haben. Ein Bericht von CryptoQuant hebt […] (00)
vor 1 Stunde
Alcatraz
San Francisco/Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump will im Haushalt 2027 Mittel für eine Wiederinbetriebnahme des berüchtigten Gefängnisses Alcatraz einplanen. Für die Projektplanung sollen 152 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) bereitgestellt werden, wie aus einem vom Weißen Haus veröffentlichten Etatentwurf hervorgeht. Alcatraz solle […] (01)
vor 1 Stunde
Daniel Radcliffe
(BANG) - Daniel Radcliffe hat "tiefgreifendes Glück" gefunden, seit er Vater geworden ist. Der britische Schauspieler – der bereits im Alter von elf Jahren als titelgebender Zauberlehrling in der 'Harry Potter'-Filmreihe berühmt wurde – glaubt, dass sein jüngeres Ich ihn heute nicht wiedererkennen würde. Damals sei er "zutiefst unglücklich" gewesen, […] (00)
vor 17 Stunden
iPhone 18 Pro offenbar ohne schwarze Farbvariante
Einem aktuellen Gerücht zufolge wird Apple bei den kommenden iPhone 18 Pro Modellen auf ein schwarzes Gehäuse verzichten. Zum Vergleich: Die derzeitige iPhone 17 Pro Serie ist in den markanten Farben Silber, Cosmic Orange und Deep Blue erhältlich. iPhone im Business, Quelle: Unsplash Kein Schwarz für die iPhone 18 Pro Modelle Wie der bekannte […] (00)
vor 11 Stunden
Switch 2: Ehemaliger Nintendo-Mitarbeiter warnt vor kommendem Preisanstieg
Die Nintendo Switch 2 ist seit ihrem Launch eine der meistgekauften Konsolen des Jahres – doch wer noch mit dem Kauf gehadert hat, könnte bald in eine unangenehme Situation geraten. Ein ehemaliger Nintendo-Vertriebsmitarbeiter hat sich öffentlich zu den Preisentwicklungen des Unternehmens geäussert, und seine Einschätzung lässt aufhorchen. Was der Ex- […] (00)
vor 11 Stunden
Tubi kündigt zweite Staffel von «Big Mood» an
Der Streamingdienst setzt die Comedyserie mit Nicola Coughlan und Lydia West im April fort. Der werbefinanzierte Streaminganbieter Tubi hat den Trailer zur zweiten Staffel von Big Mood veröffentlicht. Die neuen Folgen feiern am 16. April Premiere und führen die Geschichte rund um die komplizierte Freundschaft von Maggie und Eddie weiter. Ein Jahr ist vergangen, seit sich die beiden besten […] (00)
vor 16 Stunden
Joachim Löw
Berlin (dpa) - Um Weltmeister-Trainer Joachim Löw gibt es ein überraschendes und wenig glaubhaftes Comeback-Gerücht - und der 66-Jährige räumt es auch schnell aus der Welt. Laut des Portals «ghanasoccernet» könnte Löw für die anstehende Fußball-WM die Nationalmannschaft Ghanas als Trainer übernehmen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. «Mit mir hat […] (03)
vor 12 Stunden
Von  "Meuterei auf der Bounty" zur Pn-Domain
Koeln, 03.04.2026 (PresseBox) - Es beginnt, wie große Geschichten oft beginnen: mit zu viel Ordnung. An Bord der HMS Bounty herrscht im Jahr 1789 ein Regiment aus Disziplin und Härte. William Bligh, ein Mann von eiserner Selbstkontrolle, führt seine Mannschaft durch die Weiten des Pazifiks – und zugleich in eine immer engere innere Enge. Denn draußen […] (00)
vor 9 Stunden
 
Deutschland im Rückstand beim Smart-Meter-Rollout Deutschland befindet sich beim […] (00)
trading, investing, stocks, options, dow, nasdaq, downtown, profit, tesla, bitcoin
Der Kurs von XRP befindet sich in einer kritischen Phase, in der kurzfristige […] (00)
Marktreaktion auf geopolitische Spannungen Die Aktienmärkte zeigen am Donnerstag […] (00)
Strand (Archiv)
München - Der Renten-Ökonom Axel Börsch-Supan sieht keine Notwendigkeit für die […] (00)
PS6-Handheld soll Xbox Series S überholen und Nintendo Switch 2 bei der Bildqualität übertrumpfen
Sony arbeitet nicht nur an der nächsten stationären Konsole – die PlayStation 6 soll […] (01)
Courtney Love
(BANG) - Courtney Love hat Dave Grohl gebeten, "endlich Haltung zu zeigen" und seine […] (01)
Mathieu van der Poel und Tadej Pogačar
Sint-Niklaas (dpa) - Mathieu van der Poel ergriff vorsorglich schon einmal die […] (02)
Bildschirme
Berlin (dpa) - Kinderärzte sollten aus Sicht von Familienministerin Karin Prien junge […] (00)
 
 
Suchbegriff