Spannungen um Irans Uranvorräte: IAEA warnt vor Sicherheitslücken
Die internationale Besorgnis um die Nuklear-Ambitionen Irans nimmt angesichts jüngster Entwicklungen weiter zu. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, äußerte nachdrücklich seine Besorgnis über den Verbleib von fast atomwaffenfähigem Uran in der Islamischen Republik und fordert dringend Zugang zu diesem hochbrisanten Material. Nach vorausgegangenen Angriffen durch Israel und die USA im Juni wurden die Inspektionen der IAEA in Iran vorübergehend ausgesetzt.
Während einer erst kürzlichen Inspektion Ende August wurde den Experten der Zugang lediglich zu einem Kernkraftwerk gewährt, während die hoch angereicherten Uranvorräte unzugänglich blieben. Der Mangel an Transparenz und die fehlende Überprüfung dieser Bestände "gibt Anlass zu ernster Sorge", wie es in einem vertraulichen Bericht hieß. Insbesondere beunruhigt Grossi, dass Iran der einzige Staat ohne eigene Atomwaffen ist, der über solch hochgradig angereichertes Uran verfügt.
Die bisherigen Bemühungen der IAEA, eine missbräuchliche Nutzung für militärische Zwecke innerhalb eines Monats zu erkennen, erscheinen unter diesen Umständen akut herausgefordert. Inzwischen sind bereits zweieinhalb Monate ohne erneute Inspektion verstrichen, weshalb Grossi dringliche Kontrollen als "überfällig" bezeichnet.
Doch der Iran bestreitet weiterhin jegliche Bestrebungen nach Atomwaffen. Ungeachtet dieser Beteuerungen fordern etliche Parlamentsabgeordnete in Teheran den Austritt des Landes aus dem Atomwaffensperrvertrag. Der Vorschlag könnte als Reaktion auf die bevorstehende Wiedereinführung scharfer Atom-Sanktionen gedeutet werden, die den Druck auf Iran weiter erhöhen würden.

