Spannungen um iranisches Atomprogramm: Wadephul fordert zur Zusammenarbeit auf
Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Außenminister Johann Wadephul Teheran eindringlich dazu aufgefordert, die Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fortzusetzen. Auf einem Treffen mit der kanadischen Außenministerin Anita Anand in Berlin betonte der CDU-Politiker die Notwendigkeit, dass die iranische Führung unmissverständlich klarmacht, keine Atomwaffen anzustreben.
Das iranische Parlament hatte jedoch kürzlich beschlossen, die Zusammenarbeit mit der IAEA auszusetzen – eine Entwicklung, die Wadephul als vollkommen fehlgeleitet betrachtet. Er appellierte daher eindringlich an die iranische Regierung, ihre Entscheidung zu überdenken. Derzeit herrscht noch Unklarheit, ob die jüngsten militärischen Aktionen durch Israel und die USA das iranische Atomprogramm nachhaltig beeinträchtigt haben, und wenn ja, in welchem Ausmaß.
Der deutsche Außenminister betonte die Dringlichkeit direkter Gespräche zwischen den USA und Iran, um eine diplomatische Lösung zu finden. Die Waffenruhe erachte er dabei als willkommene Möglichkeit, um diese Verhandlungen voranzutreiben. Teheran beharrt weiterhin darauf, keine Atomwaffen anzustreben, doch international wachsen die Zweifel an dieser Zusage.
Zusammen mit Kanada unterstrich Wadephul die Bedeutung von Transparenz im Umgang mit dem iranischen Atomprogramm. Sämtliche diplomatische Bemühungen seien darauf ausgerichtet, direkte Verhandlungen zwischen Iran und den USA zu initiieren. Zudem spielen Deutschland, Frankreich und Großbritannien eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung.
In einer diplomatischen Offensive hatten Wadephul und seine Kollegen aus Paris und London kürzlich Gespräche mit dem iranischen Außenminister in Genf geführt, jedoch ohne durchschlagenden Erfolg. Die Gespräche wurden kurz danach durch militärische Interventionen der USA in Kooperation mit Israel überlagert. US-Präsident Donald Trump kündigte in Den Haag an, dass in der kommenden Woche neue Verhandlungen mit dem Iran beginnen sollen.

