Spannungen im Zollkonflikt belasten Anleihemärkte kaum
Die deutschen Staatsanleihen verbuchten zu Wochenbeginn kursseitige Gewinne. Der maßgebliche Euro-Bund-Future kletterte um 0,66 Prozent und notierte bei 130,41 Punkten, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,62 Prozent sank.
Im Fokus der Märkte steht weiterhin die handelspolitische Agenda von US-Präsident Donald Trump, die das Potenzial besitzt, die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zu erschweren. Trumps Forderungen nach einem Mindestzoll auf EU-Exporte in die USA in Höhe von 15 bis 20 Prozent sowie die Aufrechterhaltung von Sektorzöllen auf Autos, Stahl und Aluminium stellen beträchtliche Stolpersteine dar, denen die EU mit entsprechenden Gegenmaßnahmen begegnen könnte, so die Einschätzung der Dekabank-Experten.
Gleichwohl sehen Marktakteure Anzeichen für einen Hoffnungsschimmer. US-Finanzminister Scott Bessent lobte im Gespräch mit CNBC das verstärkte Engagement der Europäischen Union im Zollkonflikt. Allerdings blieb er vage, ob er eine Einigung bis zum 1. August erwartet.
Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag rechnen Analysten nach einer Serie von Leitzinssenkungen mit keiner weiteren Zinssenkung. Doch sollte sich der Zollstreit zwischen der EU und den USA weiter verschärfen, könnte dies erheblich negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in der Eurozone haben und die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungen erhöhen.

