Spannungen im transatlantischen Handelskonflikt: Merz deutet entschlossene EU-Reaktion an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Falle einer Eskalation des aktuellen Zollstreits mit den USA eine entschlossene europäische Reaktion in Aussicht gestellt. Nachdem er auf der Zugspitze mit dem bayerischen Kabinett zusammentraf, betonte der CDU-Vorsitzende, dass die Vereinigten Staaten die Widerstandskraft der EU nicht unterschätzen sollten. Einem drohenden Zollhammer wolle man gegebenenfalls mit ähnlichen Maßnahmen begegnen. Dennoch liege der Fokus weiterhin auf einer diplomatischen Lösung. Merz, der im ständigen Austausch mit US-Präsident Donald Trump sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen steht, äußerte sein Bestreben, die Handelsbarrieren zu reduzieren und die Zölle zu senken.
Die Uhr tickt: Bis zum Monatsende haben die Verhandlungen Zeit, Fortschritte zu erzielen. Merz' Engagement verhinderte letztes Wochenende die sofortige Einführung reziproker Zölle seitens der EU, nachdem Trump drohte, ab dem 1. August neue 30-prozentige Einfuhrzölle auf europäische Waren zu erheben, was insbesondere Deutschland hart treffen könnte.
In Brüssel bereitet man sich derweil auf Gegenmaßnahmen vor. Eine Liste mit US-Produkten im Wert von etwa 72 Milliarden Euro, die von neuen Zöllen betroffen wären, ist Ergebnis jüngst abgeschlossener Konsultationen. Darüber hinaus erwägt die EU-Kommission Exporteinschränkungen für spezifische EU-Produkte wie Stahlschrott und Chemikalien, die gemeinsam einen Handelswert von 4,4 Milliarden Euro besitzen. Bereits bestehende Gegenzölle für den Fall, dass die USA frühere Stahl- und Aluminiumzölle nicht aufheben sollten, stehen ebenfalls bereit. Sie betreffen US-Exporte im Wert von 21 Milliarden Euro.

