Spannungen an den Märkten: Ruhe trotz internationaler Krisen
Die deutschen Staatsanleihen zeigten sich am Montag zunächst erstaunlich stabil, ungeachtet der politisch angespannten Situation auf dem internationalen Parkett. Weder im Iran, wo die Proteste gegen das Regime trotz brutaler Repression nicht nachlassen, noch in den USA, wo der Streit zwischen Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell eskaliert, brachten Investoren spürbar aus der Fassung. Der Euro-Bund-Future erlebte am Morgen einen minimalen Anstieg von 0,02 Prozent und notierte damit bei 127,98 Punkten. Parallel dazu bewegte sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf einem Niveau von 2,86 Prozent.
In Washington wies Jerome Powell die gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen des US-Justizministeriums als Versuch der Beeinflussung der Federal Reserve zurück. Am Freitag waren diesbezüglich Vorladungen erlassen worden, die eine Anklage in Aussicht stellten. Im Iran indes bereitet die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas als Antwort auf die anhaltende Repression der Regierung neue Sanktionen vor, während Donald Trump seine politische Druckkampagne gegen Teheran intensiviert.
Ein wenig Bewegung könnte am Vormittag durch die Veröffentlichung des Sentix-Investorenvertrauens in die europäischen Märkte gelangen. Die Experten der Landesbank Helaba halten dabei eine positive Stimmungserholung für durchaus möglich und prognostizieren im Zuge dessen freundliche Ergebnisse bei der bevorstehenden ZEW-Umfrage.
Der französische Staatsanleihenmarkt bleibt ebenfalls im Fokus. Die Dekabank warnte davor, die Aussage von Frankreichs Finanzminister Roland Lescure zu ignorieren: Präsident Emmanuel Macron sei bereit, Neuwahlen zu initiieren, sollte die Opposition seine Regierung zu Fall bringen. Solche politischen Turbulenzen könnten, sollten sie konkreter werden, zu Unsicherheit auf dem französischen Anleihemarkt führen.

