Sorge um Nawalnys letztes Geleit: Witwe befürchtet Polizeigewalt bei Beerdigung
Inmitten der Trauer um den verstorbenen Kremlgegner Alexej Nawalny, teilt seine Witwe Julia Nawalnaja ihre Befürchtungen mit Europa. Im Europaparlament in Straßburg äußerte sie bedenken, dass die geplante Beisetzung ihres Mannes an diesem Freitag in Moskau, die friedliche Abschiednahme durch Freunde und Unterstützer durch polizeiliche Übergriffe gestört werden könnte. Sie appellierte an die internationale Gemeinschaft, ein wachsames Auge auf die Ereignisse zu haben.
Julia Nawalnaja prangerte die Umstände an, die der Vorbereitung der Trauerfeierlichkeiten vorangegangen waren. Verzweifelt hatten Unterstützer einen geeigneten Ort für das Abschiednehmen gesucht, dabei den Behinderungen russischer Behörden trotzend. Zu tiefem Unmut führte die Tatsache, dass Nawalnys Leichnam zunächst von den Behörden zurückgehalten wurde – eine Woche voller Ungewissheit und einer quälenden Suche für seine Mutter Ljudmila Nawalnaja.
Mit klaren Worten richtete sich Nawalnajas Witwe an die internationale Politik und bezeichnete den russischen Präsidenten Wladimir Putin als einen "blutigen Mafioso". Sie kritisierte die bisherigen Maßnahmen gegen Putin als ineffektiv und betonte die Notwendigkeit, gegen die kriminellen Strukturen vorzugehen, die sie umgeben.
Der tragische Tod Nawalnys im Straflager, offiziell auf den 16. Februar datiert, hat weitreichende Zweifel an der Darstellung einer "natürlichen" Todesursache aufgeworfen. Der renommierte Oppositionelle, der 2020 durch einen Giftanschlag schwer geschwächt und in ständiger Einzelhaft gehalten wurde, lässt Kritiker und internationale Beobachter von einem politisch motivierten Ableben ausgehen.
Mit der bevorstehenden Beerdigung und der weiterhin angespannten Atmosphäre bleibt die Weltgemeinschaft aufgefordert, das Gedenken an einen der prominentesten Kritiker Putins wachzuhalten und die Entwicklungen in Russland aufmerksam zu verfolgen. (eulerpool-AFX)

