Sonnige Aussichten für erneuerbare Energien in Deutschland
Laut einer aktuellen Analyse der KfW bieten Wind- und Sonnenenergie in Deutschland eine zuverlässige Basis für die Energiegewinnung, da nur an 15 Tagen im Jahr kein Strom aus diesen Quellen bereitgestellt werden kann. Über die letzten drei Jahre hinweg lagen die Tage mit ungünstigen Bedingungen für beide Energiequellen in der Bundesrepublik bei lediglich vier Prozent jährlich. Damit sind erneuerbare Energien zur tragenden Säule der deutschen Stromerzeugung geworden.
Im vergangenen Jahr stammten beeindruckende 56 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Solar, Biomasse und Wasserkraft. Besonders hervorzuheben ist, dass Wind und Sonne alleine einen Anteil von 45 Prozent des verwendeten Stroms ausmachten und damit erstmals an der Spitze der Stromerzeugung in Deutschland standen.
Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, sieht dennoch weitere Maßnahmen als nötig an, um die Stromversorgung zu sichern und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Perspektivisch sei es sinnvoll, die Stromerzeugung aus Biomasse gezielt zu Zeiten mit niedriger Verfügbarkeit von Wind- und Solarenergie einzusetzen. Weitere Lösungsansätze umfassen die Flexibilisierung der Stromnachfrage, den Ausbau von Batteriespeichern sowie den Bau neuer, wasserstoffbetriebener Gaskraftwerke.
Zwischen Oktober und Februar der letzten Jahre traten die meisten Tage ohne ausreichenden Wind und Sonnenschein auf; 2023 waren es 14 Tage, 2024 zwölf und im Vorjahr 19 Tage. Doch selbst an den sonnen- und windarmen Tagen konnte die Stromnachfrage durch alternative Quellen gedeckt werden, indem zusätzlich Strom importiert und verstärkt Kohle- und Gasstrom genutzt wurde.

