SoftBank unter Druck: Yen-Umkehr und Tech-Verkäufe belasten
Künstliche Intelligenz, Halbleiter und japanische Aktien waren im vergangenen Jahr stark im Fokus globaler Investoren. SoftBank profitierte von diesen Entwicklungen; die gleichen Trends setzen den japanischen Technologiekonzern nun jedoch unter Druck.
Im vergangenen Jahr hatte SoftBank zwei starke Rückenwinde: einen Anstieg der Aktien des Chipdesigners Arm und einen schwachen japanischen Yen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres bis Juni verzeichnete SoftBank einen geringeren Nettoverlust von 174,3 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Dollar) im Vergleich zu einem Verlust von 477,6 Milliarden Yen im Vorjahr.
Der schwache Yen war in den vergangenen Quartalen ein erheblicher Vorteil für SoftBank, vor allem in Bezug auf den Nettoinventarwert. Im letzten Quartal stieg dieser auf 219,1 Milliarden Dollar, gegenüber 183,6 Milliarden Dollar Ende März. SoftBanks Investitionen, insbesondere in US-Unternehmen und solche, die an den US-Märkten gelistet sind, entwickelten sich in diesem Jahr gut. Dies wurde durch die Abwertung des Yen um 14 Prozent gegenüber dem US-Dollar seit Anfang des Jahres bis Anfang Juli noch verstärkt.
Mit einem Anteil von 90 Prozent an Arm, dessen Aktien seit der US-Börsennotierung bis zum Höchststand im Juli mehr als verdoppelt wurden, konnte SoftBank seine Bilanz auf ein Rekordhoch katapultieren. Arm trug dazu bei, das Portfolio von einer einst stark von China abhängigen Struktur zu diversifizieren. Mittlerweile ist Europa zur größten Region geworden, gemessen am Eigenkapitalwert.
Problematisch ist jedoch, dass der Yen nun schnell wieder an Wert gewinnt, was zu einem massiven Rückabwickeln von Yen-Carry-Trades führt. Parallel dazu läuft ein Ausverkauf bei US-Technologieaktien, darunter auch Arm, dessen Aktien im vergangenen Monat fast 40 Prozent verloren haben.
Die Folge davon ist, dass die SoftBank-Aktien im vergangenen Monat um ein Drittel gefallen sind, während der Benchmark-Index Nikkei 225 um 14 Prozent zurückging. Dies könnte der richtige Zeitpunkt sein, den Rufen nach einem Aktienrückkauf nachzugeben. Der aktivistische Investor Elliott erhöht den Druck für ein 15-Milliarden-Dollar-Rückkaufprogramm. SoftBanks Pläne, bis zu 6,8 Prozent seiner eigenen Aktien im Wert von 3,4 Milliarden Dollar zurückzukaufen, sollten dazu beitragen, den Aktienkurs zu stabilisieren.
Eine nachhaltige Erholung hängt jedoch von einer Verbesserung der Marktbedingungen und erfolgreichen Börsengängen der Portfolio-Unternehmen ab, deren Wert aktuell auf 35 Milliarden Dollar geschätzt wird. Ein zunehmend skeptischer Markt wird Beweise dafür verlangen, dass SoftBanks neue KI-Investitionen ähnliche Renditen bringen können wie Arm.

