Sinkende Inflation in der Eurozone treibt deutsche Staatsanleihen an
Der unerwartet starke Rückgang der Inflationsrate in der Eurozone hat am Dienstag die Kurse deutscher Staatsanleihen gestärkt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verzeichnete einen Anstieg um 0,10 Prozent und erreichte 131,14 Punkte, während die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,50 Prozent fiel.
Dieser positive Effekt auf die Anleihen wurde durch die neuesten Inflationsdaten aus der Eurozone ausgelöst. Im Mai ist die Inflation unter das von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel von 2,0 Prozent gesunken, nachdem sie im Vormonat noch bei 2,2 Prozent lag.
Mit der aktuellen Rate von 1,9 Prozent fiel der Rückgang stärker aus, als von Wirtschaftsexperten vorhergesagt. Die Aussicht auf eine bevorstehende Senkung des Leitzinses durch die EZB wurde durch diese Entwicklungen zusätzlich bekräftigt.
Vincent Stamer, Volkswirt der Commerzbank, betont, dass die Zielerreichung der Inflationsrate keinen Zweifel an einer weiteren Absenkung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,0 Prozent durch die Zentralbank lässt. Dies sei auch im Lichte der bisher noch hoch angesetzten Inflationsprognose der EZB für das laufende Jahr nachvollziehbar.

