Signal für Stabilität: Tarifstreit im öffentlichen Dienst beendet
In einer entscheidenden Wende haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen auf einen neuen Vertrag geeinigt. Dieser sieht gestaffelte Gehaltserhöhungen für über 2,5 Millionen Beschäftigte vor und soll rückwirkend ab Januar 2025 für 27 Monate in Kraft treten.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser begrüßt das Ergebnis als wichtigen Schritt zu flexibleren und attraktiveren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Sektor. Gleichzeitig betont Verdi-Chef Frank Werneke die Komplexität der Verhandlungen in schwierigen Zeiten. Auch der dbb-Verhandlungsführer Volker Geyer sieht in dem Abschluss eine Lösung, in der sich alle Beteiligten wiederfinden können.
Der neuen Vereinbarung zufolge steigen die Gehälter ab April 2025 um drei Prozent, mindestens jedoch um 110 Euro monatlich, und um weitere 2,8 Prozent zum Mai 2026. Für viele Beschäftigte wird der Tarifvertrag zudem attraktivere Schichtzulagen und eine Erhöhung des 13. Monatsgehalts beinhalten. Weitere Flexibilität wird durch die Möglichkeit eingeführt, ab 2027 einen zusätzlichen Urlaubstag zu nehmen oder das 13. Monatsgehalt in freie Tage umzuwandeln.
Besonders hervorzuheben ist die freiwillige Möglichkeit zur Arbeitsstundenerhöhung, die Fachkreise zunächst skeptisch betrachteten. Nach intensiven Verhandlungen wurde klargestellt, dass kein Arbeitnehmer dazu gezwungen werden kann. Als Anreiz wird ein zusätzlicher Gehaltsaufschlag für die Überstunden angeboten.
Der Abschluss markiert das Ende von Warnstreiks, die häufig breite Teile der Bevölkerung durch Einschränkungen bei wichtigen Dienstleistungen betroffen hatten. Die Lösung mündet aus einer von Schlichtern empfohlenen Linie, die bereits im März skizziert wurde. Die weiteren Verhandlungen für die Landesbediensteten sind für den Herbst vorgesehen.

