Siemens Energy: Trotz US-Zöllen optimistischer Ausblick und Kursanstieg
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy zeigt sich trotz der aktuellen Herausforderungen durch die US-Zollpolitik zuversichtlich. „Ärgerlich, aber beherrschbar“, so beschreibt Vorstandschef Christian Bruch die finanzielle Belastung der Zölle. Im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres rechnet Siemens Energy hierbei mit einer direkten Einbuße von bis zu einem hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. „Wir behalten die Entwicklungen im Blick“, kommentierte Bruch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen in München.
Siemens Energy punktet durch seine breite regionale und produktspezifische Aufstellung und ist damit nicht von einem einzelnen Markt abhängig. Zwar generiert das Unternehmen etwa 20 Prozent seines Umsatzes in den USA - immerhin der größte Einzelmarkt -, doch der Hauptanteil liegt mit rund 40 Prozent weiterhin in Europa. Um die Zollwirkungen abzumildern, erwägt Siemens Energy sowohl Preisanpassungen als auch eine Erweiterung der Zuliefererbasis.
Die Kursreaktionen an der Börse fielen euphorisch aus: Die Siemens-Energy-Aktie verzeichnete ein neues Rekordhoch und führte mit einem Plus von 3,5 Prozent den Dax an. Im Vergleich zu anderen Branchen erscheinen die Belastungen durch die Zölle überschaubar und wurden durch die positiven Geschäftsentwicklungen mehr als kompensiert. Das zweite Geschäftsquartal brachte aufgrund eines starken Gas- und Netztechniksegments enorme Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis.
Mit Erlösen, die um etwa ein Fünftel auf knapp 10 Milliarden Euro stiegen, und einem Auftragseingang von 14,4 Milliarden Euro kann Siemens Energy auf ein sehr erfolgreiches Quartal zurückblicken. Der Nettogewinn belief sich auf 501 Millionen Euro, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahreswert von 108 Millionen Euro. Die beeindruckende Performance führte zu einer Anhebung der Unternehmensprognose, unterstrichen durch volle Auftragsbücher.
Jedoch müssen sich die Aktionäre noch etwas gedulden: Dividendenzahlungen sind aktuell aufgrund staatlicher Garantien, die Siemens Energy zur Absicherung des Auftragsbuches erhielt, nicht möglich. Finanzchefin Maria Ferraro erwartet die Ablösung dieser Garantien bis Ende des Geschäftsjahres, sodass Dividenden ab dem darauffolgenden Geschäftsjahr ausgeschüttet werden könnten.
Christian Bruch zeigt sich optimistisch für die Zukunft. Der Trend bei Gas hält voraussichtlich bis 2026 an, und das Geschäft mit Gaskraftwerken floriert wie seit zehn Jahren nicht mehr. Für das vierte Quartal plant Siemens Energy zudem die Bekanntgabe neuer mittelfristiger Ziele.

