Sicherheitsstrategie im Fokus: Simulation einer Eskalation in Europa
Was, wenn Russland uns angreift?" haben die Medienmarke "Welt" und das German Wargaming Center der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg ein spannendes und brisantes Planspiel initiiert, das eine sicherheitspolitische Krise in Europa simuliert. In dem Szenario wurde eine hypothetische Eskalation im Baltikum durchgespielt, was Axel Springer nun mitteilte. Die Übung, die auch hybride Angriffe auf die deutsche Infrastruktur einbezog, fand bereits im Dezember 2025 statt. Die "Welt" präsentiert die Ergebnisse der Simulation in vielfältiger Form: Podcasts, Print-, Online-Beiträge und eine TV-Reportage.
Die Simulation verdeutlicht mögliche direkte Auswirkungen auf den alltäglichen Lebensbereich der Bevölkerung. Szenarien wie Cyberangriffe, die das Online-Banking lahmlegen könnten, sowie der Ausfall von Geldautomaten, wurden durchgespielt. Auch die Gefährdung durch gezielte Desinformation, die Unsicherheit verbreitet, kam zur Sprache. Dabei bleibt das durchgespielte Szenario ausdrücklich hypothetisch und reiht sich in diverse potenzielle Krisenverläufe ein.
Bei der Simulation übernahmen ehemalige politische Entscheidungsträger, Militärs und Sicherheitsexperten zentrale Rollen. Das "Blue Team" repräsentierte die Bundesregierung, während das "Red Team" die russische Führung darstellte. Beteiligt waren auf deutscher Seite unter anderem der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber in der Rolle des Bundeskanzlers, der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter als Verteidigungsminister und der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn.
Auch das "Red Team" war prominent besetzt: Der Russlandexperte Alexander Gabuev übernahm die Rolle des russischen Präsidenten und der frühere BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven trat als russischer Außenminister auf.
Roderich Kiesewetter äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Simulation die anhaltende Prägung Deutschlands durch das Leitmotiv "Nie wieder Krieg" verdeutlicht habe. Im Gegensatz dazu stünden zahlreiche Nachbarstaaten, die von dem Gedanken "Nie wieder wehrlos" bestimmt sind. Beides müsse zusammengeführt werden, so der CDU-Politiker. Er hob zudem die Wichtigkeit einer frühzeitigen und transparenten Information der Bevölkerung hervor, da Verzögerungen und Unklarheiten gegnerischen Taktiken zugute kommen und Ängste schüren können.

