Sicherheitslage auf hoher See spitzt sich zu: Mehr Piratenangriffe in den Weltmeeren
Die weltweite Schifffahrt sieht sich mit einer steigenden Bedrohung konfrontiert, wie das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) in seinem neuesten Bericht offenlegt. Im Jahr 2023 wurden 137 Angriffe oder versuchte Angriffe auf Schiffe registriert, eine beunruhigende Zunahme im Vergleich zu den 116 Vorfällen im Jahr 2022. Die Situation erweist sich als besorgniserregend, nachdem die Zahl der Vorfälle in den drei Jahren zuvor jeweils niedriger lag. In besagtem Jahr wurden 121 Schiffe von Piraten geentert, vier Schiffe sogar entführt und zwei weitere beschossen. In zehn Fällen scheiterten Angriffe in der Versuchsstufe. Trotz der Tatsache, dass ein Großteil dieser Vorfälle als „geringfügig“ kategorisiert wird, bleibt die Bedrohungslage für die Besatzungen auf See ernst, wie die deutsche Niederlassung des IMB betont.
Ein signifikanter Anteil der Übergriffe fand in der Straße von Singapur statt, die für ihre hohe Handelsaktivität bekannt ist. Mit 80 registrierten Vorfällen in diesem Bereich entfielen 58,4 Prozent der globalen Piratenaktivitäten auf diese maritime Engstelle. Die Wasserstraße spielt eine entscheidende Rolle im weltweiten Handel und ist Schauplatz eines Drittels der internationalen Handelsströme.
Deutschlands Handelsflotte war in acht Fällen Ziel von Piratenangriffen, wobei viele dieser Schiffe unter fremder Flagge verkehren, um finanzielle Vorteile zu nutzen. Besonders im Vorfall im März, als die Besatzung der „Callao Express“ in der Nähe von Ecuador agiert, zeigte sie durch Wachsamkeit und schnelles Handeln, dass Schutzmaßnahmen greifen können. Hier wurden unbeleuchtete Boote entdeckt, die sich dem Schiff näherten, jedoch durch erhöhtes Tempo und geschicktes Manövrieren erfolgreich abgeschüttelt werden konnten.

