Sicherheitskonzepte auf Schienen: EVG fordert neue Maßnahmen nach tragischem Vorfall
Der tragische Tod eines Zugbegleiters hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu einer erneuten Forderung nach umfassenden Sicherheitsmaßnahmen veranlasst. Im Zentrum der Diskussion stehen die Ausstattung von Zugbegleitern mit Bodycams, deren Funktionalität um die Tonaufzeichnung erweitert werden soll, und die Einführung einer Doppelbesetzung in Zügen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Personal besser vor Angriffen zu schützen und eskalierende Situationen frühzeitig zu entschärfen.
Lars Kreer, EVG-Geschäftsstellenleiter in Mainz, betonte die Notwendigkeit, diese seit Langem geforderten Sicherheitsmaßnahmen endlich anzugehen. Beeindruckende 98 Prozent des befragten Personals gaben an, dass eine Doppelbesetzung ihre Sicherheit signifikant erhöhen würde. Bis zur vollen Umsetzung dieser Forderung hält die EVG eine flexible Personalplanung für notwendig, bei der bestimmte Züge temporär ohne Zugbegleiter betrieben werden könnten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft den Verkauf von Fahrkarten im Zug selbst. Gewerkschaftsvertreter sind überzeugt, dass dies bereits bei der Fahrkartenkontrolle deeskalierend wirken könnte. Zudem machte Christian Böttcher, zuständig für die Region Westpfalz/Saarland, deutlich, dass SOS-Knöpfe oder Selbstverteidigungsinstrumente wie Pfefferspray in Notfallsituationen häufig zu spät kämen und präventive Maßnahmen wie die modifizierte Bodycam Vorrang haben sollten.
Der Fall eines 36-jährigen Bahnmitarbeiters, der in Rheinland-Pfalz bei einer Fahrkartenkontrolle von einem Ticketlosen geschlagen und tödlich verletzt wurde, hat diese Diskussion neu entfacht. Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger griechischer Staatsbürger, befindet sich nun in Untersuchungshaft.

