Sicherer Einsatz von Paracetamol in der Schwangerschaft bestätigt
Eine kürzlich im Fachjournal "The Lancet Obstetrics, Gynecology, & Women's Health" veröffentlichte Übersichtsarbeit gibt Entwarnung: Die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft ist laut einer Analyse von 43 hochwertigen Studien nicht mit einem erhöhten Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen verbunden. Insbesondere Geschwistervergleiche, die genetische und umweltbedingte Faktoren berücksichtigen, unterstreichen diese Erkenntnisse.
Trotz dieser Evidenz hatte der ehemalige US-Präsident Donald Trump im letzten Jahr öffentlich Bedenken geäußert, indem er auf einer Pressekonferenz vor dem Gebrauch von Paracetamol - in den USA als Tylenol bekannt - warnte. Diese Aussagen wurden jedoch rasch von Wissenschaftlern widerlegt, die darauf hinwiesen, dass unbehandelte Symptome wie Fieber weitaus bedenklicher für Mutter und Kind sein können.
Laut Experten sind viele frühere Studien von ungenauen mütterlichen Angaben über den Paracetamol-Konsum abhängig, was zu fehlerhaften Schlussfolgerungen führen kann. Das Forscherteam um Asma Khalil von St George's University Hospitals NHS Foundation Trust stellt klar, dass nicht das Paracetamol selbst, sondern eher andere Faktoren wie genetische Veranlagung oder Fieber für neurologische Entwicklungsstörungen verantwortlich sein könnten.
Paracetamol bleibt weltweit die bevorzugte Wahl zur Behandlung von Schmerzen und Fieber in der Schwangerschaft, das bestätigt auch die europäische Arzneimittelbehörde Ema. Es wird jedoch empfohlen, Paracetamol wie alle wirksamen Medikamente in der niedrigsten wirksamen Dosis und für einen möglichst kurzen Zeitraum einzunehmen. Alternative Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac sind während der Schwangerschaft nur eingeschränkt nutzbar und stellen keine bessere Alternative dar.
Experten warnen abschließend vor der Verbreitung irreführender Informationen, die Unsicherheiten bei Schwangeren hervorrufen können. Solche Narrativen könnten langfristig das Vertrauen in medizinische Empfehlungen untergraben und zu unzureichender Behandlung von Schmerzen und Fieber führen.

