Seltenerd-Krise: Deutsche Industrie blickt mit Sorge nach China
Die Exportrestriktionen Chinas für bestimmte Mineralien alarmieren die deutsche Wirtschaft zunehmend. Laut Christian Grimmelt von Alixpartners ist die Lage besonders kritisch bei schweren seltenen Erden, da China etwa 70 Prozent der weltweiten Förderkapazitäten kontrolliert. Diese Materialien sind unerlässlich für Permanentmagnete, die eine Schlüsselrolle in Elektromotoren und somit in der Automobilindustrie spielen.
Autobauer wie Mercedes zeigen sich zwar auf die Herausforderungen vorbereitet und bewerten jüngste Lizenzvergaben als positives Signal, doch die aktuelle Situation birgt dennoch das Potenzial, zur nächsten Chipkrise zu eskalieren. Auch für den Zulieferer ZF und andere Branchen stellt die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe ein zunehmendes Risiko dar.
Chinas Maßnahmen, die im Handelskonflikt mit den USA eingeführt wurden, betreffen auch europäische Unternehmen. Verzögerungen bei der Bearbeitung von Exportanträgen führen zu Unsicherheiten, die sich bis in die Lieferketten ziehen.
Branchenexperten, darunter Wolfgang Weber vom ZVEI, fordern dringendes Handeln der EU-Kommission, um den wachsenden Herausforderungen zu begegnen. Trotz der betroffenen Unternehmen bleibt die Zahl derer, die direkt von den neuen Regularien berührt wurden, überschaubar.
Doch wie Oliver Richtberg vom VDMA anmerkt, variieren die Konsequenzen stark und machen eine allgemeine Einschätzung schwierig.

