Investmentweek

Selenskyj warnt in Berlin vor 50.000 Soldaten

29. Mai 2025, 21:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Mitten im Hochsicherheitstrubel der Hauptstadt malt der ukrainische Präsident ein düsteres Bild: Russland bereitet laut Selenskyj eine neue Offensive vor – und fordert Druck auf Putin, notfalls mit Trump.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in Berlin eingetroffen – doch an diplomatische Routine ist nicht zu denken. Während Polizeihubschrauber über Regierungsgebäuden kreisen, schildert Selenskyj eine dramatische Zuspitzung an der Front.

Russland, so sagt er, bereite in der Region Sumy eine neue Großoffensive vor – mit mehr als 50.000 Soldaten. Der Zeitpunkt seines Besuchs ist kein Zufall. In Berlin geht es um mehr als militärische Ehren.

Kanzler, Präsident – und 50.000 russische Soldaten

Gegen Mittag trifft Selenskyj Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), wenig später auch Bundespräsident Steinmeier.

Im Mittelpunkt der Gespräche: ein neues deutsches Unterstützungspaket, mögliche Waffenlieferungen – und das politische Signal, dass Berlin Kiew auch im vierten Kriegsjahr nicht alleinlässt.

Währenddessen wirft Selenskyj ein Thema auf, das in der Bundesregierung zunehmend für Nervosität sorgt: Russland verstärke nach Erkenntnissen des ukrainischen Geheimdienstes massiv seine Truppen an der Grenze zu Sumy, jener Region im Nordosten der Ukraine, die für Moskaus Kriegsstrategie eine neue Rolle spielen könnte.

„Mehr als 50.000 russische Soldaten“, so Selenskyj, seien in Bewegung – nicht zur Verteidigung, sondern „zur Vorbereitung einer Offensive“.

Ein stiller Strategiewechsel Moskaus?

Dass Russland seine Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf Sumy richtet, ist für viele Militärexperten ein strategischer Richtungswechsel. Nachdem die Ukraine im März erfolgreich russische Einheiten aus der benachbarten Region Kursk verdrängt hatte, war die Frontlinie dort relativ ruhig.

Während Selenskyj mit Friedrich Merz und Frank-Walter Steinmeier spricht, fragt sich: Wie weit reicht Deutschlands Unterstützung noch – und was ist jenseits militärischer Ehren tatsächlich zugesagt?

Nun deutet vieles darauf hin, dass der Kreml versucht, genau dort einen Durchbruch zu erzwingen – und die Verteidigungskräfte der Ukraine zu überdehnen.

Ein mögliches Motiv: die Einnahme von Sumy würde russischen Truppen einen direkten Korridor in die strategisch wichtige Zentralukraine öffnen – und den ukrainischen Verteidigern neue Ressourcen abverlangen, die im Süden und Osten bereits aufgebraucht sind.

Selenskyjs Druckmittel: Sanktionen, Drohnen, Diplomatie

Parallel zum militärischen Alarmton schlägt Selenskyj erneut diplomatische Pflöcke ein. Der ukrainische Präsident fordert härtere Sanktionen gegen Russlands Energie- und Finanzsektor – und richtet sich dabei nicht nur an Berlin, sondern vor allem an Washington.

Mit Blick auf den US-Wahlkampf erinnert er an ein Versprechen von Donald Trump: „Wenn Russland weiter angreift, wird es Sanktionen geben.“ Für Selenskyj ist das mehr als Symbolpolitik – es ist Teil seiner Strategie, den Druck auf Moskau durch internationale Isolation zu erhöhen.

Dabei schreckt er auch nicht vor ungewöhnlichen Formaten zurück: Er sei bereit, sich mit Wladimir Putin zu treffen, sagt Selenskyj – „auch im Dreiergespräch mit Trump“. Ein Angebot, das kaum realistisch ist, aber politisch Wirkung entfalten soll. Selenskyj will damit zeigen: Er ist kompromissbereit – der Aggressor ist Moskau.

Drohnenkrieg mit psychologischer Dimension

Gleichzeitig tobt der Krieg auch jenseits der Frontlinien – im Luftraum. In der Nacht vor Selenskyjs Besuch hat die Ukraine nach russischen Angaben fast 300 Drohnen Richtung Moskau geschickt.

Zwei Rüstungsfabriken sollen getroffen worden sein, darunter ein Standort in Zelenograd nahe der Hauptstadt. Zwar meldet Moskau offiziell keine Verletzten – doch allein die Anzahl der abgefangenen Drohnen zeigt, wie sehr Kiews Strategie auf psychologische Kriegsführung setzt. Russlands Luftraum ist längst keine sichere Zone mehr.

Auch die russische Seite intensiviert ihre Angriffe: In der Region Charkiw wurden bei nächtlichen Drohnenschlägen mindestens acht Menschen verletzt. Gleichzeitig setzte Russland ballistische Iskander-M-Raketen ein – deren Auswirkungen bislang unklar sind.

Berlin, Bühne eines drohenden Großkonflikts

Selenskyjs Berlin-Besuch steht damit sinnbildlich für die aktuelle Lage: Während die Diplomatie ihre Kreise zieht, droht eine neue Phase des Krieges – eine, die nicht mehr nur den Donbass betrifft, sondern auch den bisher wenig beachteten Nordosten der Ukraine.

Die Warnung vor 50.000 russischen Soldaten ist kein taktischer Schachzug, sondern eine klare Kampfansage: Europa darf sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.

Mit seinem Besuch sendet Selenskyj eine doppelte Botschaft: nach außen als Warnung vor einer Eskalation, nach innen als Appell an den Westen, sich nicht kriegsmüde zu zeigen. Und Berlin, das erneut zur Bühne internationaler Diplomatie wird, steht damit nicht nur symbolisch an einer Frontlinie – sondern auch im Zentrum einer Entscheidung, deren Tragweite weit über die Ukraine hinausgeht.

Politik
[InvestmentWeek] · 29.05.2025 · 21:00 Uhr
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