Selenskyj drängt auf neue Friedensverhandlungen – Trump erhöht Druck auf Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unternimmt erneute Anstrengungen, um die stagnierenden Verhandlungen mit Russland über eine Waffenruhe wiederzubeleben. Rustem Umjerow, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, hat Moskau ein Treffen in der kommenden Woche vorgeschlagen, wie Selenskyj in einer Videobotschaft mitteilte. Die Ukraine zeigt sich zu einem Treffen auf Führungsebene bereit, ein konkreter Termin wurde jedoch zunächst nicht benannt.
Eine Quelle aus dem russischen Verhandlungsteam bestätigte, den ukrainischen Vorschlag erhalten zu haben. Russland hatte zuvor mehrfach seine Bereitschaft bekundet, die im Frühjahr in Istanbul begonnenen Verhandlungen fortzusetzen. Zwar endete die letzte Verhandlungsrunde im Juni nach kurzer Zeit, dennoch erhoffen sich beide Seiten, bald wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Selenskyj betonte, dass neben der angestrebten Waffenruhe auch ein neuer Gefangenenaustausch vorgesehen sei. Das war eines der Ergebnisse der bisherigen Gespräche. Zugleich forderte er Umjerow auf, die Verhandlungsdynamik zu intensivieren.
Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sieht die Dringlichkeit: 'Das ist ein positives Signal,' kommentierte er Selenskyjs Erklärung zur Beschleunigung des Verhandlungsprozesses. Beide Länder nahmen im Frühjahr erstmals seit 2022 wieder direkte Verhandlungen auf, wobei bis dato humanitäre Maßnahmen, wie Gefangenenaustausche, im Vordergrund standen. Parallel dazu erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf Russland, indem er eine Waffenruhe binnen 50 Tagen forderte.
Trump drohte mit Sanktionen und Importzöllen, falls keine Fortschritte erzielt würden. Dieses politische Säbelrasseln könnte den Verlauf der Verhandlungen signifikant beeinflussen. Gleichzeitig vermeldet Russland neue Drohnenangriffe auf Moskau, was die Spannungen unverändert hoch hält. Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete über mindestens 14 abgeschossene Drohnen, ohne jedoch von schwerwiegenden Schäden oder Verletzten zu berichten. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr auf den Moskauer Flughäfen zeitweise eingestellt.
Darüber hinaus kehrten erneut ukrainische Kinder, die im Krieg nach Russland verschleppt wurden, zurück in ihre Heimat. Bis heute sollen 1.453 Kinder aus den besetzten Gebieten zurückgebracht worden sein. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag verfolgt weiterhin die Verantwortlichen für diese Verschleppungen; unter ihnen auch der russische Präsident Wladimir Putin.

