Selbstbedienungskassen auf dem Vormarsch: Eine Bestandsaufnahme
Im deutschen Einzelhandel sind Selbstbedienungskassen längst kein ungewohntes Bild mehr. Sie bieten den Vorteil, seine Waren schnell selbst erfassen und bezahlen zu können. Eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute prognostiziert für 2025 rund 38.650 dieser Kassen in deutschen Geschäften – ein enormer Anstieg im Vergleich zu den rund 16.000 im Jahr 2023.
Die Akzeptanz der Kunden für Selbstbedienungskassen ist hoch. Einer Umfrage von YouGov zufolge nutzen etwa zwei Drittel der Deutschen sie, wobei 19 Prozent dies immer tun, wenn die Möglichkeit besteht, und 43 Prozent gelegentlich. Hindernisse für die Nutzung sind die Präferenz für persönlichen Kontakt, die Bevorzugung von Barzahlung und der empfundene Mehraufwand.
Selbstbedienungskassen haben den Vorteil, Wartezeiten zu verkürzen, besonders bei kleineren Einkäufen. Doch mit ihrer steigenden Zahl wächst auch das Diebstahlrisiko. Händler setzen daher verstärkt auf technische Maßnahmen wie Videosysteme und künstliche Intelligenz, um das Risiko zu mindern.
Der Ausbau der Selbstbedienungskassen wird durch den Personalmangel im Handel begünstigt, da sie die Mitarbeiter entlasten und flexibel machen. Bemerkenswerte Entwicklungen gibt es bei Unternehmen wie Obi, das bereits viele Märkte ausgestattet hat, und Lidl, das stark in diese Technologie investiert. Während einige Läden gänzlich auf traditionelle Kassen verzichten, erwarten Experten generell eine Zunahme von Märkten ausschließlich mit Selbstbedienungskassen.
Dennoch bleibt der vollständige Abschied von Bedienkassen umstritten. Die Meinungen der Kunden darüber sind geteilt. Während manche Ketten wie Aldi Süd sich zurückhaltend äußern, betonen andere, dass weiterhin traditionelle Kassensysteme vorhanden sein werden.
Der technologische Fortschritt macht auch vor mobilen Scansystemen nicht halt, bei denen Kunden Produkte bereits während des Einkaufs scannen. Die Verbreitung dieser Systeme bleibt jedoch hinter der von Selbstbedienungskassen zurück, da die Kundennachfrage offenbar nicht den Erwartungen entspricht.

