Seilschaften oder Verwirrspiele? – Berliner Stromausfall führt zu Spekulationswelle

Der kürzlich erfolgte Anschlag auf das Stromnetz eines Berliner Stadtteils und der nachfolgende Stromausfall haben eine hitzige Debatte um die möglichen Täter ausgelöst. Besonders im Internet wird darüber spekuliert, ob Russlands Geheimdienste hinter der Sabotageaktion stecken könnten. Trotz der Theorien bleiben die offiziellen Stellen bei ihrer Aussage, dass es sich um eine Tat der linksextremistischen "Vulkangruppe" handelt.
Der Berliner Polizei-Vizepräsident Marco Langner unterstrich, dass die Ermittlungen keinerlei Hinweise auf eine russische Beteiligung ergeben haben. Vielmehr sprechen sowohl das Bekennerschreiben als auch die Vorgehensweise für die genannten Extremisten.
Politiker wie der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter äußerten jedoch Bedenken und wiesen auf eine mögliche russische Einflussnahme hin. Er hob eine holprige Sprache im Bekennerschreiben hervor, die bei Rückübersetzung ins Russische besser wirken soll. Auch der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz zeigte auf "X" Interesse an möglichen Kontakten der Gruppe zu russischen Geheimdiensten.
Dennoch bleibt die Berliner Polizei bei ihrer Erkenntnis, dass die zuerst verdächtigten Linksextremisten auch die tatsächlichen Täter sind. Parallel hierzu mahnt Berlins Innensenatorin Iris Spranger zur Vorsicht. Sie warnt vor falschen Informationen und ruft dazu auf, sich nur aus verlässlichen Quellen zu informieren.
Andrea Schlüter, Expertin im Bereich Künstliche Intelligenz, wies darauf hin, dass einige Formulierungen im Bekennerschreiben nicht im Deutschen verfasst worden seien. Dies befeuert weitere Spekulationen über die Urheberschaft des Textes.
Abschließend verweist die Journalistin Miriam Hollstein auf die oftmals schwülstige Sprache in Bekennerschreiben linksradikaler Gruppen und sieht in der Sprache des aktuellen Manifests Parallelen zur Rhetorik aus RAF-Zeiten. Der "Tagesspiegel" kommentiert abschließend, dass eine russische Einflussnahme solchen Aktionen entgegenstehen könnte, da sie die Vorbereitung auf künftige Konflikte erschwere.

