SEC erhebt Vorwürfe wegen Schneeballsystem gegen e-Commerce Unternehmer
Die US-Börsenaufsicht SEC hat zwei e-Commerce Unternehmer, Alex Mehr und Tai Lopez, ins Visier genommen. Den beiden Gründern von Retail Ecommerce Ventures (REV), mit Sitz in Miami, wird vorgeworfen, Investoren um rund 112 Millionen Dollar betrogen zu haben. Mehr und Lopez hatten zahlreiche bekannte Einzelhandelsmarken wie RadioShack, Modell's Sporting Goods und Pier 1 Imports erworben, welche zuvor Insolvenz angemeldet hatten. Über ihre Holding-Gesellschaft erwarben die Unternehmer notleidende Unternehmen aus der Einzelhandelsbranche, um diese in erfolgreiche Online-Marken umzuwandeln.
Hierzu zählen auch Einkäufe von Dress Barn und Linens 'n Things. Der Erwerb von RadioShack erfolgte im Jahr 2020, drei Jahre nach dem zweiten Insolvenzgang des fast hundertjährigen Elektronikhändlers. Modell's Sporting Goods meldete im März 2020 Insolvenz an und verkündete die Schließung all seiner Filialen. Im August desselben Jahres erwarb REV die Namensrechte und das Vermögen der Marke Modell's. Auch Pier 1 Imports, das weiterhin als Online-Shop existiert, fiel in die Hände von REV im Jahr 2020 nach der Insolvenzanmeldung.
Laut der Klage der SEC hätten Mehr und Lopez zwischen 2020 und 2022 „wesentliche Falschdarstellungen„ gegenüber Hunderten von Investoren gemacht. Um Geldgeber zu gewinnen, behaupteten sie, dass ihre Portfoliounternehmen hervorragend laufen und über einen starken Cashflow verfügen. Sie versicherten auch, dass die gesammelten Gelder ausschließlich für das jeweilige Unternehmen verwendet werden würden—ein Versprechen, das laut der Klage der SEC nicht eingehalten wurde.
Im Gegensatz zu diesen Behauptungen erwirtschafteten die REV Marken zwar Einnahmen, jedoch keine Gewinne. Um Zins- und Dividendenzahlungen sowie fällige Anleihen zu bedienen, mussten die Beklagten laut SEC auf eine Kombination aus Krediten externer Darlehensgeber, Handelskreditvorschüssen und Geld von neuen wie bestehenden Investoren zurückgreifen. Mindestens 5,9 Millionen Dollar der an Investoren ausgezahlten Renditen seien tatsächlich Ponzi-ähnliche Zahlungen und nicht durch Gewinne der Unternehmen erzielt. Zusätzlich wirft die SEC den beiden Unternehmern vor, 16 Millionen Dollar der Investitionen für eigene Zwecke genutzt zu haben.

