Schwimmer im Aufschwung: LSE trotzt Markterwartungen und verkündet Aktienrückkäufe
Der London Stock Exchange (LSE) setzt seinen Erfolgskurs fort und zeigt sich als profitabler Akteur auf den Finanzmärkten. Der Börsenbetreiber und Finanzdatenanbieter verzeichnete im ersten Halbjahr erhebliche Gewinne und Umsatzsteigerungen, was insbesondere auf die Unersättlichkeit der Märkte nach Finanzdaten zurückzuführen ist. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen, obwohl der Umsatz leicht hinter den Prognosen zurückblieb.
Konzernchef David Schwimmer präsentierte mit Optimismus einen beeindruckenden Plan: Ein weiterer Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde britische Pfund wurde angekündigt. Gleichzeitig hob er die Margenprognose an und bekräftigte das gesteckte Wachstumsziel des Unternehmens.
Am Markt jedoch zeigte sich ein unerwartet anderes Bild. Trotz guter Nachrichten sank der Aktienkurs im Stoxx 50 bis zum frühen Nachmittag um fünf Prozent und erreichte mit 9.600 Pence den tiefsten Punkt seit fast einem Jahr. Die seit Februar anhaltende Abwärtsbewegung setzt sich fort, was dazu führte, dass der Aktie nun mehr als 20 Prozent unter ihrem einstigen Höchststand von 12.185 Pence liegen.
Langfristig gesehen haben die LSE-Anteile eine schwächere Entwicklung gezeigt als die des Konkurrenten Deutschen Börse, dessen Papiere über fünf Jahre hinweg um über 60 Prozent gestiegen sind. Dennoch bleibt der LSE hinsichtlich des Börsenwerts mit rund 58 Milliarden Euro führend, während die Deutsche Börse aktuell bei knapp 48 Milliarden Euro rangiert.
Der Umsatz des LSE-Konzerns stieg im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um sechs Prozent auf 4,7 Milliarden britische Pfund an. Bereinigt um externe Effekte betrug das organische Wachstum solide 7,5 Prozent. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verzeichnete einen Anstieg von elf Prozent und belief sich auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Vor Steuern erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 991 Millionen Pfund, was einer beeindruckenden Steigerung von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

