Schwierigkeiten bei KaDeWe: Insolvenz belastet Luxus-Kaufhäuser
Die KaDeWe-Gruppe, zu der die renommierten Luxus-Kaufhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg gehören, hat Insolvenz angemeldet. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten betonte das Unternehmen, dass der Betrieb der Häuser weitergehe. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde beantragt. Als Hauptgrund für die Insolvenz nannte das Handelsunternehmen die hohen Mietkosten, die ein nachhaltiges und ertragreiches Wirtschaften nahezu unmöglich machten.
Die Insolvenz der KaDeWe Group GmbH folgt nur wenige Wochen nachdem auch das Signa-Firmengeflecht des österreichischen Investors René Benko in Schieflage geriet. Signa, das auch an der KaDeWe-Gruppe beteiligt ist, hatte Ende November angekündigt, sein Geschäft geordnet abzuwickeln. Vor drei Wochen beantragte zudem Galeria Karstadt Kaufhof ein Insolvenzverfahren.
Die Central Group der thailändischen Familie Chirathivat hält 50,1 Prozent der Anteile an der KaDeWe Group, während die restlichen 49,9 Prozent von der Signa Retail gehalten werden, zu der auch Galeria Karstadt Kaufhof gehört. KaDeWe-Geschäftsführer Michael Peterseim hatte noch Ende November betont, dass die Gruppe nicht in den Sog der Signa-Krise geraten werde. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen verzeichneten alle Häuser steigende Umsätze. Allerdings seien die Indexmieten unverhältnismäßig hoch und sollten weiter steigen, wodurch zahlreiche Gespräche mit dem Vermieter erfolglos blieben.
Die KaDeWe-Gruppe ist der Betreiber von traditionsreichen Kaufhäusern in Berlin, Hamburg und München. Im Geschäftsjahr 2022/2023 erwirtschaftete sie einen Umsatz von knapp 728 Millionen Euro, was einem Wachstum von fast 24 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Geschäftsjahr 2018/2019 entspricht. Das Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im KaDeWe in Berlin, sowie weitere Mitarbeiter in den anderen Häusern und in der Berliner Unternehmenszentrale.
Experten schätzen die Mietbelastung der KaDeWe-Gruppe je nach Standort auf 13 bis 20 Prozent des Umsatzes. Johannes Berentzen, Chef der Handelsberatung BBE, ist jedoch zuversichtlich, dass die Häuser trotz der Insolvenz weitergeführt werden. Er betonte, dass Luxusartikel auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gut funktionierten. Am verkaufsoffenen Sonntag am 28. Januar in Berlin blieben die Türen des KaDeWe jedoch überraschend geschlossen, ohne dass die Kunden an den Türen Gründe erfuhren.
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ermöglicht es der Geschäftsleitung, im Amt zu bleiben. Allerdings wird ein externer Sachwalter hinzugezogen. Dadurch behält die alte Geschäftsführung einen Großteil der Verfügungsgewalt über das Unternehmen, während es gleichzeitig vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen von Gläubigern geschützt ist. (eulerpool-AFX)

