Schweizer Kapitalanforderungen drücken UBS-Aktien tief in den Keller
Die jüngsten Vorschläge zur Erhöhung der Kapitalanforderungen für Banken in der Schweiz haben der UBS einen empfindlichen Schlag versetzt. Die Aktien des Vermögensverwalters verzeichneten am Dienstag einen Rückgang von bis zu 7,4%, nachdem die neue Gesetzgebung veröffentlicht wurde. Diese enttäuschte Analysten, die befürchteten, dass die Anforderungen die Wettbewerbsfähigkeit und die Fähigkeit der Bank zur Auszahlung von Dividenden schmälern könnten.
JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein bezeichnete den Vorschlag als "den weltweit schlechtesten, den wir kennen". Er passte seine Prognose für Aktienrückkäufe von 6 Milliarden Dollar auf 3,5 Milliarden Dollar für das kommende Jahr an und halbierte die gleiche für 2027 auf 4 Milliarden Dollar. Diese Bestimmungen könnten letztendlich eine Aufstockung des Kapitalpuffers von bis zu 26 Milliarden Dollar erfordern. UBS kritisierte die Pläne als "extrem" und bemüht sich um Änderungen im parlamentarischen Verfahren.
Trotz der Herausforderungen bestätigte die UBS ihre Ausschüttungspläne für dieses Jahr und plant, ihre "2026 Kapitalrückkehr-Ambitionen" bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des vierten Quartals zu aktualisieren. Analyst Chris Hallam von Goldman Sachs betonte, dass Investoren darauf achten sollten, welche Schritte UBS ergreifen kann, um den Kapitalbedarf abzufedern. Diese neuen Regeln entstämn aus dem Bedürfnis, die Krisenfestigkeit von UBS nach der Übernahme von Credit Suisse zu stärken.
Während die pro-business FDP die Vorschläge unterstützte, sehen linken Kräfte wie die SP sie als unzureichend an und fordern noch höhere Kapitalanforderungen. Die mächtige Schweizerische Volkspartei tritt gegen signifikant höhere Anforderungen an, was den Lobbyanstrengungen der UBS helfen könnte. Ein anfänglich positiver Kursanstieg auf die Nachricht, das Parlament könnte die Vorschläge abschwächen, verlor seinen Glanz.
UBS-Aktien sind nun im Jahresverlauf um fast 7% gesunken, während der Stoxx 600 Financial Services Index einen Anstieg von 4,6% verzeichnete. Es bleibt abzuwarten, wie viel Rückenwind UBS im politischen Umfeld tatsächlich gewinnen kann. Analysten von JPMorgan sind jedoch der Meinung, dass die aktuellen Bewertungen der Bank ein attraktives Risiko-Rendite-Profil bieten, da viele dieser Vorschläge bereits eingepreist sein könnten.

