Opferzahl nach tödlichem Chemie-Unfall in USA könnte steigen
Longview (dpa) - Einen Tag nach dem tödlichen Unglück auf dem Gelände einer Verpackungsfirma im Nordwesten der USA werden noch immer neun Menschen vermisst. Mindestens ein Mensch kam bei dem Vorfall am Dienstagmorgen (Ortszeit) in der Kleinstadt Longview ums Leben, wie die Feuerwehr mitteilte. Zudem gebe es neun Verletzte, darunter ein Feuerwehrmann. Einige befänden sich in kritischem Zustand.
Nach Angaben der Feuerwehr war auf dem Gelände der Firma, die Kartons für Flüssigkeiten herstellt, ein mehr als 3,4 Millionen Liter fassender Tank mit Weißlauge geborsten.
Tank weiter instabil
Ersthelfer wollten die komplexen Bergungsarbeiten am Mittwoch wieder aufnehmen, wie die Feuerwehr in Longview erklärte. Das Gelände war über Nacht weiter überwacht worden. Der Tank, in dem sich immer noch Flüssigkeit befinde, sei weiterhin instabil und schaffe gefährliche Bedingungen für die Einsatzkräfte. Er könnte einstürzen. Derzeit bestehe jedoch keine unmittelbare Gefahr für die umliegende Bevölkerung.
Weitere Informationen würden veröffentlicht, sobald sie vorlägen. Einen genauen Zeitpunkt nannten die Behörden vorerst nicht.
Nationalgarde vor Ort unterstützt bei Bergungsarbeiten
Der Gouverneur des Bundesstaats, Bob Ferguson, sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. «Meine Gedanken sind bei den Arbeitern und ihren Familien sowie bei den Ersthelfern», schrieb der Demokrat auf der Onlineplattform X. Bei einem Pressestatement vor Ort sprach Ferguson am Abend (Ortzeit) über die aktuelle Lage. «Wir haben ein Spezialeinsatzteam der Nationalgarde Washington mobilisiert, das sich nun vor Ort befindet», erklärte der Gouverneur.
Dieses Team würde bei der Luftüberwachung unterstützen. Weitere Helfer der Nationalgarde könnten bei der Suche und Bergung in kontaminierten Umgebungen helfen, ergänzte Ferguson. Zudem überwache das Umweltministerium die Wasserqualität.
Die US-Senatorin im Kongress für den Bundesstaat Washington, Patty Murray, sagte vor Ort, dass es viele Fragen dazu gebe, wie es zu dem Vorfall gekommen sei. «Ich kann Ihnen versichern, dass wir alle weiterhin darauf drängen werden, Antworten auf diese Fragen zu bekommen», so Murray.
Massenevakuierung wegen Chemietanks in Kalifornien
In den vergangenen Tagen hatte bereits die drohende Explosion eines Chemietanks im Süden Kaliforniens die Menschen in der Gegend in Angst und Schrecken versetzt. Zehntausende Anwohner mussten ihre Häuser angesichts der Gefahr einer Explosion einer leicht entzündlichen Chemikalie verlassen. Inzwischen durften alle Evakuierten wieder in ihre Häuser zurückkehren.


