Schwaches Börsenumfeld: DAX erneut unter Druck
Der deutsche Aktienmarkt verzeichnete am Dienstag erneute Verluste, belastet durch gedämpfte Erwartungen an die US-Börsen, die nach dem arbeitsfreien „Labor Day“ in den Vereinigten Staaten geschlossen blieben. Besonderes Augenmerk lag auf dem DAX, der deutlich unter die kritische Marke von 24.000 Punkten fiel – eine Schwelle, die in den vergangenen Tagen verstärkt ins Visier der Anleger gerückt war. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, äußerte die Vermutung, dass die bisherige Unterstützung von Käufern an dieser Marke zukünftig nach unten verlagert werden könnte.
Im Mittagshandel zeigte sich der DAX um 1,1 Prozent schwächer bei 23.784 Punkten, während der MDax unter die 30.000-Punkte-Marke fiel und zuletzt 1,8 Prozent auf 29.914 Punkte nachgab. Die Märkte blickten gespannt auf die US-Börse, nachdem ein Gerichtsurteil die Befugnisse von Präsident Donald Trump, weitreichende Zölle zu verhängen, eingeschränkt hatte. Marktexperte Andreas Lipkow bemerkte, dass sich in Asien Anleger aufgrund der Unklarheit über die konjunkturellen Auswirkungen der US-Zölle zu Gewinnmitnahmen entschlossen hätten. Außerdem bestehe Ungewissheit über interne Machtkämpfe bei der US-Notenbank und deren kommende Sitzung im September, bei der eine Zinssenkung keinesfalls sicher sei.
Die kommenden US-Konjunkturdaten, insbesondere der Arbeitsmarktbericht am Freitag, dürften große Bedeutung erlangen, da neue Risikocluster zu erheblichen Marktschwankungen führen könnten. Innerhalb einzelner Aktien zeigte sich Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Minus von 4,9 Prozent als Schlusslicht im DAX, nachdem eine Verkaufsempfehlung durch die UBS-Bank aufgrund struktureller US-Risiken gegeben wurde. Siemens-Aktien verloren 2,8 Prozent nach einer Abstufung von Bernstein Research, die vor allem kräftige Kurssprünge der Vergangenheit zur Begründung heranzog.
Die Commerzbank fiel um 2,4 Prozent nach einer Herabstufung auf „Equal-weight“ durch Morgan Stanley, die hier zunächst Fortschritte im Geschäftsplan erkennen möchte. Im SDax stürzte die Aktie von SMA Solar um 28 Prozent ab, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose senkte und nun mit einem operativen Verlust rechnet. Als positiver Ausreißer profitierte Deutz mit einem Kursplus von 6,0 Prozent von der geplanten Übernahme der Sobek Group, einem Antriebsspezialisten für Drohnen, zur Stärkung des noch kleinen Geschäfts im Rüstungssektor.

