Schwacher Start für Lillys Abnehmpille: Erwartungen nicht erfüllt
Die Anleger erwarteten mit Spannung die neuen Ergebnisse der Phase-III-Studie zu Eli Lillys Abnehmpille Orforglipron. Doch obwohl sowohl die primären als auch die sekundären Endpunkte erreicht wurden, blieb die durchschnittliche Gewichtsabnahme hinter der des Rivalen Novo Nordisk zurück. Die Reduktion von elf Prozent in der höchsten Dosierung war nicht genug, um die Erfolgsbilanz von Wegovy, dem Konkurrenzprodukt, zu übertreffen. Im vorbörslichen Handel reagierte die Börse darauf wenig gnädig: Die Aktien von Eli Lilly fielen um mehr als sieben Prozent, wohingegen Novo Nordisk von diesem Rückschlag profitierte und um zwölf Prozent an Wert gewann. Auch ein optimistischerer Umsatzausblick für das Gesamtjahr von Eli Lilly konnte dem Druck nicht viel entgegensetzen. Der US-Konzern rechnet nun mit Einnahmen von 60 bis 62 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, was einer leichten Steigerung gegenüber den bisherigen Prognosen entspricht. Im abgelaufenen zweiten Quartal konnte Eli Lilly jedoch mit einem deutlichen Umsatzsprung um 38 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar beeindrucken, maßgeblich angetrieben von Zepbound und dem Diabetespräparat Mounjaro. Der Nettogewinn verdoppelte sich fast auf 5,7 Milliarden Dollar, was einer Steigerung des Gewinns je Aktie auf 6,29 Dollar entsprach. Das Milliardenrennen um die Vorherrschaft im Markt für Abnehmmittel zwischen Eli Lilly und Novo Nordisk wird unvermindert fortgeführt. Die Einführung einer erfolgreichen Abnehmpille könnte eine größere Zielgruppe erreichen als die bisherigen Spritzen, weshalb die Erwartungen hoch sind. Lilly plant, die Studiendaten zu Orforglipron bis Ende des Jahres weltweit bei Zulassungsbehörden einzureichen, was einen möglichen Markteintritt schon 2026 ermöglicht. Das neue Mittel, günstiger herzustellen und für Patienten erschwinglicher, könnte einen Wandel im Markt einläuten. Trotz der jüngsten Turbulenzen hatten die GLP-1-Diabetes- und Abnehmmittel von Novo Nordisk und Eli Lilly lange Zeit für Kursgewinne gesorgt. Während Novo Nordisk in den vergangenen Jahren zum wertvollsten Unternehmen im Stoxx Europe 50 aufstieg, geriet es zuletzt unter Druck, und der Aktienkurs fiel um zwei Drittel innerhalb eines Jahres. Eli Lilly, dessen Wertpapiere bis Mitte 2024 ebenfalls stark anstiegen, steht seitdem ebenfalls unter Abgabedruck. Eingerechnet des aktuellen Verlustes summiert sich der Rückgang seit dem Hochstand auf nahezu 30 Prozent.

