Schreinern auf Kreta

19. Februar 2025, 08:45 Uhr · Quelle: LifePR
Lea Müller und Tabea Berg aus Hohenstein absolvierten ein vierwöchiges Praktikum in Griechenland, wo sie unterschiedliche Arbeitsweisen im Schreinerhandwerk erlernten und die griechische Gelassenheit schätzten. Trotz organisatorischer Mängel empfehlen sie das Auslandspraktikum für andere Auszubildende.

Reutlingen, 19.02.2025 (lifePR) - Etwas Neues sehen, einen anderen Betrieb, andere Arbeitsabläufe kennenlernen und vieles, was nicht auf dem Ausbildungsplan steht. Lea Müller und Tabea Berg aus Hohenstein haben als Praktikantinnen vier Wochen in Griechenland gelernt.

Der Vorschlag kam vom Chef. Was auch daran liegt, dass es Beispiel in der Familie gibt. Jürgen Reihlings Tochter hatte vor einigen Jahren ein Auslandspraktikum während ihrer Ausbildung gemacht und dabei viel mitgenommen, was nicht unbedingt auf dem Lehrplan steht. Warum diese Möglichkeit nicht auch den eigenen Auszubildenden eröffnen, dachte sich der Schreinermeister, als er im Frühjahr vergangenen Jahres von einer Ausschreibung des Projekts „Go.for.europe“ für Auszubildende im Handwerk erfuhr.

Etwas Neues sehen, andere Arbeitsabläufe, Land und Leute kennenlernen, das fanden Lea Müller und Tabea Berg grundsätzlich spannend. Ihre Wahl fiel auf Griechenland, und zwar die Insel Kreta. Nach einer schriftlichen Bewerbung und einem eintägigen Seminar, bei dem sie die anderen Teilnehmer der sechsköpfigen Reisegruppe kennenlernten, ging es Mitte Oktober nach Heraklion, die Hauptstadt der Insel. Das Programm des vierwöchigen Aufenthalts: vier Tage die Woche arbeiteten die Auszubildenden in Betrieben, ein Tag war für den obligatorischen Sprach- und Kulturkurs reserviert.

Die angehenden Schreinerinnen landeten in Kleinbetrieben. „Wir haben vor allem Küchen gemacht“, berichtet Müller. Der Betrieb, bestehend aus Vater und Sohn, sei gut ausgestattet gewesen, wenn auch eher ältere Maschinen zum Einsatz kommen. Was die fachliche Seite angeht, sind ihr zwei Unterschiede zu ihrem Ausbildungsbetrieb aufgefallen. Zum einen beim Material. „Vollholz ist kein Thema. Es werden ausschließlich Platten und Werkstoffe verarbeitet“, sagt die 20-Jährige. Der andere betrifft die Verbindungstechnik. Wo heimische Handwerker verzahnen, leimen und dübeln, um Bauteile fest und ansprechend miteinander zu verbinden, setzen die griechischen Kollegen auf einfachere Lösungen. „Dass Verbindungen sichtbar sind, spielt keine Rolle. Hauptsache, es hält.“

Und noch etwas unterscheidet sich vom Ausbildungsalltag, wie ihn die beiden jungen Frauen kennen. „Es gibt dort keine Frauen im Handwerk. Männer sind es gewohnt, unter sich zu sein“, sagt Berg, die mit ihrem Betrieb am Ausbau eines Frauenhauses tätig gewesen ist. Entsprechend holprig gestaltete sich zu bisweilen die Zusammenarbeit, zum Beispiel wenn es ums Tragen und Anpacken und damit auch um typische Rollenklischees ging. „Man musste schon deutlich sagen, dass man es selbst schafft“, betont die 19-Jährige. Diese Erfahrung teilt auch Müller: „Zu Beginn wurde mir nicht viel zugetraut. Auch Selbstverständliches wurde mir nochmal gezeigt. Das ließ sich aber ändern und hat mit der Zeit immer besser gepasst.“

Die Zusammenarbeit sei, allen Verständigungsschwierigkeiten zum Trotz, zur Not kam auch mal der Google-Übersetzer zum Einsatz, immer gut gewesen. Was vermutlich vor allem an der Mentalität der Gastgeber liegt. „Der Arbeitsstil ist viel gelassener als bei uns“, fasst Müller ihre Erfahrungen zusammen. Das gelte im Betrieb, aber auch in der Beziehung zu Kunden. „Termine sind nicht ganz so wichtig. Zeit für ein Schwätzchen findet sich immer.“ Neben der praktischen Tätigkeit, den Museumsbesuchen und Ausflügen zu den zahlreichen historischen Stätten der Insel ist es diese Erfahrung, die für Müller und Berg wichtig ist. Sie sei offener geworden, sagt Berg, aufgeschlossener für andere Menschen. „Meine Sicht auf die Arbeit hat sich geändert. Ich bin ruhiger, habe vielleicht ein Stück weit die griechische Gelassenheit übernommen“, fügt Müller hinzu, die sich aktuell mit ihrem Gesellenprüfungsstück beschäftigt. Auch für sie war es wichtig, sich auf eine neue Situation einzulassen und zu lernen, dass man kleine und große Schwierigkeiten meistern kann. Auch ohne Sprachkenntnisse.

Die beiden Junghandwerkerinnen sind sich einig: „Es hat sich gelohnt.“ Diverse organisatorische Mängel, wie fehlende Handtücher und Bettwäsche am Tag der Ankunft im Apartment oder der wenig am tatsächlichen Bedarf der Praktikanten konzipierte Sprachunterricht, änderten daran nichts. „Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte es machen. Einige Zeit im Ausland zu lernen, ist absolut empfehlenswert.“

Auslandspraktika für Auszubildende

„Go.for.europe“, ein Projekt der baden-württembergischen Wirtschaft, organisiert vierwöchige Auslandspraktika in EU-Ländern. Das Angebot richtet sich an Auszubildende aus Handwerk, Industrie und Handel, die zum Zeitpunkt des Auslandsaufenthalts volljährig und mindestens im zweiten Ausbildungsjahr sein müssen. Die Kosten für Reise, Unterbringung und Aufenthalt werden durch das EU-Berufsbildungsprogramm Erasmus+ Berufsbildung bezuschusst. Je nach Zielland beträgt der Eigenanteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktuell maximal 300 Euro. Die Ausschreibung der Herbsttermine 2025 erfolgt im März.

Weitere Informationen für Betriebe und Auszubildende unterwww.goforeurope.de.

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[lifepr.de] · 19.02.2025 · 08:45 Uhr
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