Schleppender Arbeitsmarkt: Deutsche Unternehmen zeigen Zurückhaltung bei Einstellungen

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt zum Jahresende trotz eines umfassenden Konjunkturpakets der Bundesregierung anhaltende Schwächen. Laut dem aktuellen Beschäftigungsbarometer des renommierten Ifo-Instituts fiel der Indexwert im Dezember auf 91,9 Punkte. Dies markiert den tiefsten Stand seit Mai 2020, der ersten Phase der Corona-Pandemie. Diese Entwicklung unterstreicht die langanhaltende Schwäche des verarbeitenden Gewerbes, die als Haupttreiber für den Rückgang gilt.
Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, beobachtet insbesondere im industriellen Sektor einen schleichenden Verlust von Arbeitsplätzen. Trotz optimistischer Prognosen für einen wirtschaftlichen Aufschwung im kommenden Jahr durch das 500 Milliarden Euro schwere staatliche Schuldenpaket, bleiben die Einstellungspläne in der Industrie verhalten. Nahezu alle Industriezweige planen, den Stellenabbau fortzusetzen.
Auch in anderen Bereichen wie dem Dienstleistungssektor und Handel zeigt sich Zurückhaltung bei der Personalplanung. Etwas optimistischer hingegen zeigt sich die Baubranche, die beabsichtigt, ihre Belegschaft stabil zu halten. Positive Signale senden ausschließlich die Tourismusbranche und Unternehmensberatungen, die mit einem Personalzuwachs im kommenden Jahr rechnen.
Im globalen Kontext rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) in den westlichen Industriestaaten und Japan mit einem moderaten Wachstum von 1,5 Prozent. In Deutschland jedoch zeigt sich die Wirtschaft weiterhin stagnierend mit einem erwarteten BIP-Anstieg von lediglich 0,1 Prozent in diesem Jahr. Für das Jahr 2026 prognostiziert das Ifo-Institut ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent, deutlich hinter früheren Erwartungen.

