Sauerstoffmangel verursacht Fischsterben an Ostseeküste
Experten führen das jüngste Fischsterben an der Ostseeküste bei Rostock auf einen Mangel an Sauerstoff zurück. Umweltminister Till Backhaus (SPD) sieht den sogenannten Upwelling-Effekt als mögliche Ursache für das Phänomen, bei dem Oberflächenwasser durch starke ablandige Winde von der Küste abgedrängt wird. Dies führt dazu, dass salzhaltigeres und sauerstoffärmeres Tiefenwasser nachströmt und die Küste erreicht.
Diese Bedingungen bringen vor allem Meeresbodenlebewesen in Bedrängnis, da sie angesichts der erdrückenden Wasserströmungen kaum entkommen können. Die Folge ist ein massenhaftes Ersticken der Fische in den Küstengewässern. Über das vergangene Wochenende wurden an den Stränden von Nienhagen, Warnemünde und Markgrafenheide zahlreiche tote Fische angeschwemmt.
Als Vorsichtsmaßnahme wurde der Fischfang in den betroffenen Küstengebieten vorerst untersagt. Auch das Baden wurde durch das örtliche Gesundheitsamt nicht empfohlen. Ein Krisenstab wurde eingerichtet, um die Situation zu bewältigen.
Untersuchungen des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Rostock bestätigten, dass eine Seuche nicht für das Fischsterben verantwortlich ist. Umweltminister Backhaus erklärt, dass der Sauerstoffmangel auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist. Insbesondere die Nährstoffbelastung der Ostsee sowie der Klimawandel verstärken das Problem, indem sie zu einem übermäßigen Algenwachstum führen. Beim Abbau dieser Biomasse im Wasser wird Sauerstoff verbraucht, was zu sauerstoffarmen Verhältnissen führt.
Im Herbst verschärft sich die Lage aufgrund zusätzlicher Nährstoffe aus der Landwirtschaft, die in die Ostsee gelangen. Solche Ereignisse sind daher keine Seltenheit, wie ein ähnlicher Vorfall im Oktober 2020 am Warnemünder Strand zeigt, der ebenfalls durch Sauerstoffmangel verursacht wurde.

